Aktueller Zyklus: "en famille…"

Der Filmclub Orbit der PHBern bleibt in der Familie:
"en famille…" zeigt acht Spiel- und Dokumentarfilme, die der Familie in all ihren Zuständen, Ausdrucksformen und Zusammenhängen ein filmisches Gesicht geben.
Höhenfeuer (Fredi M. Murer, CH, 1985), Festen (Thomas Vinterberg, Dänemark, 1999) und Todo sobre mi Madre (Pedro Almodovar, Spanien, 1999) sind die eindrücklichen Höhepunkte in dieser Reihe.

Die Vorführungen finden im Auditorium des Instituts für Bildungsmedien, Helvetiaplatz 2 in Bern statt.

  • Die Türöffnung erfolgt jeweils um 18.30 Uhr
  • Vor und nach den Vorführungen wird ein Barbetrieb angeboten.
  • Freier Eintritt für Studierende und Mitarbeitende der PHBern (bitte Ausweis mitbringen)
  • Eintritt für Gäste CHF 5.00

Mittwoch, 12. Oktober 2011 – 19.00 Uhr

Bub liegt auf Bellis Schoss

Höhenfeuer
Schweiz 1985, Schweizerdeutsch, 114 Minuten, DVD
Regie, Drehbuch: Fredi M. Murer; Produktion: Bernhard Lang, Rex-Film; Kamera: Pio Corradi; Musik: Mario Beretta; Schnitt: Helena Gerber; Besetzung: Thomas Nock, Johanna Lier, Dorothea Moritz, Rolf Illig u.a.m.

Ein Schweizer Meisterwerk als Heimatfilm, dessen Drama sich auch anderswo in isolierter Einöde abspielen könnte:
Der gehörlos geborene "Bub" und seine ältere Schwester "Belli" leben mit ihren Eltern auf einer abgelegenen Alp. Die nächsten Nachbarn sind die Grosseltern, das Fernglas ermöglicht gerade noch einen Blickkontakt.
Der aufbrausende Vater der Familie Jähzornig stemmt sich gegen die moderne Welt und verwehrt dem Jungen, im Heim aufzuwachsen. So wachsen im engen Beziehungsgeflecht der Familie die Kinder in Zweisamkeit heran. Belli, die nach ihrer Schulzeit eigentlich fortgehen und Lehrerin werden wollte, bringt ihrem taubstummen Bruder das Lesen und Schreiben bei. Die Tragödie beginnt, als aus der Geschwisterliebe eine unheilvolle Schwangerschaft wird.

 

Mittwoch, 9. November 2011 – 19.00 Uhr

La stanza del figlio
Italien 2001, Italienisch, Untertitel D, 99 Minuten, DVD
Regie, Drehbuch, Produktion: Nanni Moretti; Kamera: Giuseppe Lanci; Musik: Nicola Piovani; Schnitt: Esmeralda Calabria; Besetzung: Nanni Moretti, Laura Morante, Jasmine Trinca, Giuseppe Sanfelice, Sofia Vigliar u.a.m.

Ohne grosse Vorankündigung taumelt eine gewöhnliche italienische Familie in die Krise:
Der 16-jährige Sohn kehrt nach einem Tauchunfall nicht mehr lebend zurück. Eine schwierige Zeit folgt, in der jedes verbleibende Familienmitglied individuell mit seiner Trauer umgeht. Allen voran der überbesorgte Vater – von Beruf Psychoanalytiker – der kaum mit seinem eigenen Schmerz und den Schuldgefühlen umgehen kann.

Der Film zeigt nüchtern und leise das Leben im Angesicht des Todes, wie Entfremdung die Familie gefährdet und trotzdem Hoffnung bleibt.

 

Mittwoch, 7. Dezember 2011 – 19.00 Uhr

Tonari no Totoro
Japan 1988, Japanisch, Untertitel D, 86 Minuten, Anime, DVD
Regie, Drehbuch: Hayao Miyazaki; Produktion: Toru Hara, Studio Ghibli; Kamera: Hisao Shirai; Musik: Joe Hisaishi; Schnitt: Takeshi Seyama; Besetzung: Chika Sakamoto, Noriko Hidaka, Hitoshi Takagi u.a.m.

Professor Kusakabe zieht mit seinen Töchtern aufs Land in eine Gegend, die nicht nur landschaftlich sehr reizvoll ist, sondern auch ungewöhnliche Bewohner hat: Haus- und Waldgeister nämlich. Totoros sind freundliche Wesen, die nur von Kindern gesehen werden können. Sie verstehen wohl alles, können aber nicht sprechen.

Für Satsuki und Mei beginnt damit ein wunderbarer Abschnitt ihrer Kindheit – für uns als Publikum ist es ein Weg zurück zu Gefühlen, die wir vor langer Zeit empfunden und wieder vergessen haben mögen.

 

Mittwoch, 11. Januar 2012 – 19.00 Uhr

Festen
Dänemark, Schweden 1998, Dänisch, Untertitel D, 101 Min., DVD
Regie, Drehbuch: Tomas Vinterberg; Produktion: Birgitte Hald, Morten Kaufmann; Kamera: Anthony Dod Mantle; Musik: Lars Bo Jensen; Schnitt: Valdis Oskarsdottir; Besetzung: Ulrich Thomsen, Henning Moritzen, Paprika Steen, Birthe Neumann, Trine Dyrholm u.a.m.

"Festen" ist der erste Spielfilm, der nach den eher puristischen Regeln der dänischen Gruppe "Dogma 95" produziert wurde. Im prächtigen Landhotel treffen Familie und Freunde ein, um den 60. Geburtstag von Helge Klingenfelt gebührend zu feiern. Bevor das Fest beginnt, bittet Helge seinen ältesten Sohn, ein paar Worte zur Erinnerung an dessen aus dem Leben geschiedene Zwillingsschwester Linda zu sagen.

Der Wein ist ausgeschenkt, die Vorspeise serviert, als Christian sich für seine Rede erhebt. Noch weiss nur er allein, warum niemand diesen Abend jemals vergessen wird …

 

Mittwoch, 22. Februar 2012 – 19.00 Uhr

Pandora'nin kutusu (Pandora's Box)
Türkei/Frankreich/Deutschland/Belgien 2009, Türkisch, Untertitel D, 112 Min., DVD
Regie: Yesim Ustaoglu; Drehbuch: Yesim Ustaoglu, Selma Kaygusuz; Produktion: Ustaoglu Film Yapim; Kamera: Jacques Besse; Musik: Jean-Pierre Mas; Schnitt: Franck Nakache; Besetzung: Tsilla Chelton, Derya Alabora, Onur Unsal, Övül Avkiran, Osamn Sonant u.a.m.

Nach dem plötzlichen Verschwinden und dem Wiederauftauchen ihrer Mutter, beschliessen drei Geschwister die alte Frau aus ihrem Heimatdorf in den Bergen zu sich nach Istanbul zu holen.
Nesrin, die Älteste, nimmt die an Alzheimer erkrankte Mutter in ihrem Familienappartement auf. Durch die neue Betreuungssituation müssen sich die Geschwister organisieren und sämtliche Spannungen untereinander, mit ihren Lebenspartnern und den Kindern treten zutage.

In stimmungsvollen Aufnahmen erzählt die Regisseurin diese packende, zeitlose Familiengeschichte, die neben dem Stadt–Land Gegensatz besonders die weiterschreitende Entfremdung in der metropolen Gesellschaft aufzeigt.

 

Mittwoch, 14. März 2012 – 19.00 Uhr

Todo sobre mi madre
Spanien/Frankreich 1999, Spanisch, Untertitel D, 101 Min., DVD
Regie, Drehbuch: Pedro Almodóvar; Produktion: Agustín Almodóvar; Kamera: Affonso Beato; Musik: Alberto Iglesias; Schnitt: José Salcedo; Besetzung: Cecilia Roth, Marisa Paredes, Candela Peña, Antonia San Juan, Penélope Cruz, Rosa Maria Sardà u.a.m.

Almodóvars Hommage an die Mütter: In diesem intensiven und dennoch leisen Schauspiel verkörpern Frauen und solche die es sein wollen die Hauptrolle. “Richtige Männer” sind nur nebensächliche Randfiguren im melodramatischen Spiel um Travestie, Bühne und Realität.

Die alleingelassene Krankenschwester Manuela kehrt nach Barcelona zurück in der Hoffnung den Vater ihres plötzlich verstorbenen Sohnes zu finden. Bei ihren Nachforschungen trifft sie auf alte Bekannte und solidarisiert sich mit Frauengestalten, deren Probleme sie sich annimmt, um über ihre Trauer hinwegzukommen.

 

Mittwoch, 18. April 2012 – 19.00 Uhr

Aruitemo, Aruitemo (Still Walking)
Japan 2008, Japanisch, Untertitel D, 114 Min., DVD
Regie, Drehbuch: Hirokazu Kore-eda; Produktion: TV Man Union; Kamera: Yutaka Yamazaki; Musik: Gonchichi; Schnitt: Hirokazu Kore-eda; Besetzung: Hiroshi Abe, Yui Natsukawa, You, Kazuya Takahashi, Shohei Tanaka, Kirin Kiki, Yoshio Harada u.a.m.

"Still Walking" gewährt Einblick in das jährliche Zusammentreffen der Yokoyamas. Zum fünfzehnten Todestag des Bruders besuchen die beiden Geschwister mit ihren Familien die Eltern in ihrer Heimat.
Die 24 Stunden ihres Aufenthaltes sind subtil beobachtet und mit humorvollen Dialogen durchsetzt. Die Mutter macht gerne spitze Bemerkungen und die verbalen Auseinandersetzungen des grummeligen Vaters mit dem verbleibenden Sohn, bleiben ruhig.

In einer sommerlichen, behaglichen Idylle werden Unstimmigkeiten sehr nuanciert gezeigt: Lange und ruhige Einstellungen im Zusammenspiel mit einer präzisen Gestik und Mimik ermöglichen das genussvolle Erfahren des Unsichtbaren Etwas, das alle Familienmitglieder verbindet.

 

Mittwoch, 9. Mai 2012 – 19.00 Uhr

Le premier jour du reste de ta vie
Frankreich 2008, Französisch, Untertitel D, 114 Min., DVD
Regie, Drehbuch: Rémi Bezançon; Produktion: Eric Altmeyer, Nicolas Altmeyer; Kamera: Antoine Monod; Musik: Sinclair; Schnitt: Sophie Reine; Besetzung: Jacques Gamblin, Zabou Breitman, Déborah François, Marc-André Grondin, Pio Marmaï u.a.m.

Über einen Zeitraum von 12 Jahren wird die Familie Duval porträtiert. Jedem der fünf Familienmitglieder ist ein charakteristischer Tag, als Wendepunkt in ihrem Leben, gewidmet. Die Kinder entwickeln sich zu Teenagern und Erwachsenen, und durchleben mit der Familie gemeinsam Höhen und Tiefen.
Trotz grosser Sprünge auf dieser Zeitreise fügen sich die Erzählfragmente zusammen und werden durch eine für jedes Familienmitglied individuelle Kamerasprache vergegenwärtigt.

Dem gelassenen Vater ähnlich können wir uns zurücklehnen, der Filmmusik lauschen und bestätigen: "Euch heranwachsen zu sehen, ist das schönste Schauspiel, das ich je erlebt habe."

 

Stimmungsbild

Hinweis

Das Programm zum kommenden Filmzyklus geht im September in Umlaufbahn

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