Bisherige Orbitzyklen

2008/09: Natur im Film

Silent Running (Lautlos im Weltraum)

USA 1971, Englisch, Untertitel D, 86 Min., DVD
Regie: Douglas Trumbull; Drehbuch: Deric Washburn, Michael Cimino, Steven Bochco; Produktion: Michael Gruskoff; Kamera: Charles F. Wheeler; Musik: Peter Schickele, Joan Baez; Besetzung: Bruce Dern, Ron Rifkin, Cliff Potts, Jesse Vint, Mark Persons, Steve Brown, Cheryl Sparks u.a.m.

Im 1971 gedrehten Klassiker trifft Science-Fiction auf ökologisches Bewusstsein, ohne die damals übliche mystische und verklärte Erkenntnissuche, dafür atmosphärisch umso dichter, beklemmend geruhsam und aktueller denn je.

Nach einer nuklearen Katastrophe auf der Erde sollen in Raumschiffen Pflanzen und Tiere erhalten werden, um diese später wieder aussetzen zu können, doch die Besatzung erhält den Befehl, die gerettete Natur zu vernichten. Der Botaniker an Bord widersetzt sich dem Befehl und löst damit eine menschliche Tragödie aus.

 

Falkens Öga

Schweden 1998, ohne Worte, 89 Min., DVD
Regie, Drehbuch, Kamera: Mikael Kristersson; Ton: Mikael Kristersson, Bo Leverén, Gabor Pasztor; Produktion: Pica Film; Besetzung: Caisa Persson und eine Turmfalkenfamilie

Perspektivenwechsel: In Falkens Öga erzählen die Bilder vom Leben einer Turmfalkenfamilie fast mehr über die Species Mensch als über den Vogel selber.

Mit Bedacht erkor sich der Filmemacher die Vogelperspektive seiner gefiederten Freunde: Ein Falkenpärchen, das in einem alten südschwedischen Dorfkirchturm nistet und brütet, verfolgt mit scharfem Auge das Treiben der Dorfbevölkerung rund um die Kirche herum – und wir mit ihnen.

 

Picture of light (Nordlicht)

Kanada/Schweiz 1994, Englisch, Untertitel D, 83 Min., DVD
Regie: Peter Mettler; Kamera: Peter Mettler, Gerald Packer, Mark Cyre; Ton: Leon Johnson, Gaston Kyriazi; Schnitt: Peter Mettler, Mike Munn; Musik: Jim O’Rourke; Produktion: Grimthorpe Film

Aurora Borealis … Licht ohne Körper, Vorhänge aus Farben im Himmel … Bilder, die die Natur erschafft, erstaunlicher als alle Special-Effects …

Picture of light ist eine halluzinatorische Fabel, die die Reise des Filmemachers Peter Mettler auf der Suche nach dem Nordlicht in Kanadas Arktis dokumentiert. Die Majestät und das Mysterium des Phänomens führen im Film zu einem unerwarteten Ende, das sich mit der Frage nach unserer zukünftigen Beziehung von Technologie und Natur auseinandersetzt in einer Welt, die immer artifizieller und "virtueller" wird …

 

The day after tomorrow

USA 2004, Englisch, Untertitel D, 120 Min., Farbe, DVD
Regie: Roland Emmerich; Drehbuch: Roland Emmerich, Jefferey Nachmanoff; Produktion: Mark Gorden, 20th Century Fox, Musik: Harald Kloser; Kamera: Ueli Steiger; Besetzung: Dennis Quaid, Jake Gyllenhaal, Ian Holm, Emmy Rossum u.a.m.

Das apokalyptische Szenarium dieses Katastrophen-Action-Kassenschlagers hat einen realistischen Hintergrund und reitet gekonnt auf der Welle aktueller Öko-Themen mit: "Für Naturkatastrophen infolge Luftverschmutzung und Klimaerwärmung sind die Menschen selbst verantwortlich".

Der Film bedient mit seinen grandiosen und eindrücklichen Effekten und Bildkompositionen aber eher eine voyeuristische Haltung, wie "Es ist Weltuntergang und wir sind live dabei!", als dass er von einer "nachhaltigen" filmischen Auseinandersetzung mit dem Klimawandel zeugt.
Dazu meint der Regisseur: "Wer einen Film macht, der muss sich eben für ein Horrorszenario entscheiden und nicht für pädagogisch wertvolle Volksaufklärung.", er meint aber auch: "Wir dürfen unseren Planeten nicht zerstören!" …

 

Un Homme sans l’Occident (Vom Westen unberührt)

Frankreich 2002, F, Untertitel D, 105 Min., DVD, SW
Regie: Raymond Depardon; Drehbuch: Louis Gardel; Produktion: Claudine Nougaret, Palmeraie et Désert; Kamera: Raymond Depardon; Ton: Dominique Vieillard; Musik: Valentin Silvestrov; Besetzung: Ali Hamit, , Wodji Ouardougou, Hassan Yoskoï, Issa Mauli, Hamat Adoum u.a.m.

"Die Sahara braucht den Westen nicht", so das Credo der Nomaden auf der Flucht vor den Kolonialmächten in die Tiefen ihres natürlichen Reiches. Der Magnum-Fotograf Depardon erzählt mit seinen poetischen und magischen Bildern (24 pro Sekunde) in klarer Intensität eine Geschichte über die letzten freien Menschen der Sahara in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Eine Hommage an eine Naturlandschaft mit ihren Menschen – asketisch in ihrer Reduktion, respektvoll in ihrer Einfachheit.

 

Kaze No Tani Ni Naushika (Nausicaä of the Valley of the Winds)

Japan 1984, Jp, Untertitel D, 117 Min., DVD
Regie: Hayao Miyazaki; Drehbuch: Cindy Davis Hewitt, Donald H. Hewitt, Hayao Miyazaki; Kamera: Mark Henley; Produktion: Rick Dempsey, Isao Takahata, Tohru Hara, Michio Kondô, Yasuyoshi Tokuma, Ned Lott; Musik: Jo Hisaishi; Trickfilmstudio: Studio Ghibli

Besagtes Tal ist einer der wenigen Flecken Erde, die nach einem verheerenden Krieg – den "sieben Tagen des Feuers" – nicht Ödland geworden sind, eine grüne Oase in einer von riesigen Insekten und giftigen Pflanzen bevölkerten Endzeitwelt.
Nausicaä, eine junge mutige Prinzessin, lebt dort mit ihrem VoIk in harmonischem Dialog mit der Natur. Die Harmonie wird gestört, als fremde Truppen das Tal des Windes angreifen und zum Schauplatz eines grausamen Kampfes gegen Flora und Fauna machen. Nur Nausicaä kann die endgültige Vernichtung der Erde verhindern und damit eine uralte Prophezeiung wahr werden lassen.

Tatsächlich ist schon in diesem Vorläufer späterer Manga-Filme aus dem Studio Ghibli vieles angelegt, das Hayao Miyazaki in späteren Werken wieder aufnahm und zu seinen Leitthemen machte: Das Aufbegehren der Natur, fantastische Flugapparate, monströse Gestalten und eine jugendliche Heldin …
(Auszug von Jürg Tschirren für cineman.ch)

 

Grizzly Man

USA 2005, Deutsch/Englisch, 103 Min., DVD
Regie und Drehbuch: Werner Herzog; Produktion: Erik Nelson; Kamera: Peter Zeitlinger; Schnitt: Joe Bini; Musik: Richard Thompson; Besetzung: Timothy Treadwell, Amie Huguenard, Werner Herzog u.a.m.

Vorsicht: Es handelt sich um einen Werner-Herzog-Film: Grizzly Man ist natürlich keine "normale" Dokumentation. Genau genommen ist das Werk drei Filme in einem.

Zum einen eine abgründige Charakterstudie über das Leben und den Tod des manischen Bären- und Naturschützers Timothy Treadwell, der im Oktober 2003 zusammen mit seiner Freundin Ami Huguenard von einem Bären gefressen wurde.
Zum anderen ist "Grizzly Man" eine wunderschöne Natur- und Tierdokumentation, die atemberaubende Bilder und nie da gewesene Momente zwischen Mensch und Tier zeigt.
Die dritte Ebene ist die für Herzog bekannte Selbstreflexion, die den Zuschauern einen Einblick in das Seelen- und Gedankenleben des Regisseurs gibt.
(Auszug von Carsten Baumgardt für filmstarts.de)

 

Le Monde du Silence (Die schweigende Welt)

Frankreich/Italien 1956, Französisch, Untertitel D, 86 Min., DVD
Regie: Jacques-Yves Cousteau, Louis Malle; Drehbuch und Produktion: Jacques-Yves Cousteau; Kamera: André Laban, Philippe Agostini; Musik: Yves Baudrier; Besetzung: Frédéric Dumas, Albert Falco, Simone Cousteau, Jean Delmas u.a.m.

1956: Noch nie hatte es das auf der Kinoleinwand gegeben:
Die unendliche Weite der Unterwasserwelt mit ihrer Vielzahl an Farben und Wesen. Ein vollkommen eigener Kosmos mit eigenen Regeln – eine Welt der Stille und des Schweigens.
Die zwölf Taucher des französischen Meeresforschungsschiffs Calypso und ihr Kapitän Jacques Cousteau machten diese Welt erstmals für das grosse Publikum sichtbar.

Le Monde du Silence, der als erster Dokumentarfilm die Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes 1956 gewann, führt in eine vollkommen neue und bisher unerschlossene Welt, löste einen nicht folgenlosen Tauch-boom aus und schrieb Filmgeschichte.

 

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