IKAS 2017: Führen heisst Vertrauen – gerade in der Zukunft

 

IKAS 2017: Führen heisst Vertrauen – gerade in der Zukunft

Viele Personen in einem Seminarsaal aufmerksam am zuhören.

An der 10. Interkantonalen Tagung für Schulleiterinnen und Schulleiter (IKAS) der PHBern, PH Wallis und PH Freiburg trafen sich 150 Schulleiterinnen und Schulleiter in Murten. Sie setzten sich mit Veränderungen auseinander, welche die Gesellschaft und damit auch die Schule betreffen. Dabei ging es auch, aber nicht nur, um Digitalisierung, welche die Schulen besonders herausfordert.

Während zwei Tagen anfangs September 2017 erhielten sie einerseits Anregungen von erfahrenen Führungspersönlichkeiten und führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. So warnte etwa Prof. Dr. Thomas Brüsemeister, Universität Giessen, die Teilnehmenden vor der Falle der Selbstoptimierung. Er meinte damit: "Schulen sollen nicht nur Anforderungen, die von aussen kommen, abarbeiten." Vielmehr gehe es darum, eigene Geschichten schreiben, eigene Bilder zu schaffen. D.h. von innen heraus gemeinsam mit allen Beteiligten eine eigene Kultur entwickeln und leben. Dabei müsse Schulentwicklung immer auch Unterrichtsentwicklung sein. 

Barbara Josef wiederum zeigte den Teilnehmenden auf, wie sich die Arbeitswelt gerade in der Wirtschaft durch die Digitalisierung tiefgreifend verändert. Zusammenarbeit und Flexibilität gewinnen – bei zunehmender Ungewissheit und Komplexität – an Bedeutung. Dies beeinflusst auch die Schulen – z.B. durch neue Erwartungen der Eltern. Deshalb empfiehlt sie Schulleiterinnen und Schulleitern, diese Veränderungen in ihrer Schule selber und proaktiv zu gestalten. Bewährt habe sich dabei, schrittweise vorzugehen und auch einmal ein Pilotprojekt zu starten, welches schnell zu Erkenntnissen und Resultaten führt. Für sie ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler mit den so genannten "21st skills" vertraut gemacht werden: Critical thinking, creativity, communication und collaboration. Es werde in Zukunft noch wichtiger, miteinander und voneinander lernen zu können. 

Wie wichtig Vertrauen in der täglichen Führungsarbeit ist, führte Prof. Dr. Antoinette Weibel, Universität St. Gallen, aus: Vertrauen wirke sich positiv aus auf das Engagement, auf die Freude an Veränderung und damit auf die Innovation. Sie ermögliche die Zukunft der Arbeit und damit die Zukunft der Bildung. Die Schulleiterinnen und Schulleiter erhielten an der IKAS 2017 auch Gelegenheit, die Themen der Referate in Workshops zu vertiefen, sich intensiv auszutauschen und zu vernetzen. Die nächste IKAS-Tagung findet am 7. und 8. September 2018 an der Lenk im Berner Oberland statt. 

Publiziert am: 04.09.2017