Neues Forschungs­projekt: Transition in Zyklus 1

 

Neues Forschungs­projekt: Transition in Zyklus 1

Die Jacobs Foundation befasst sich im Kontext ihrer Strategie 2016 bis 2020 mit der Thematik "Transitionen". Geleitet wird ihr Engagement von der Frage, welche Formen der Unterstützung bei Kindern im Alter von null bis acht Jahren dazu beitragen, dass diese die unterschiedlichen Übergänge mit Erfolg bewältigen können. Als erfolgreich bewältigt gelten diese dann, wenn Kinder ihre Potenziale umfassend entfalten können und es in ihrer Bildungsbiografie keine Brüche gibt.

Da durch die Harmonisierung des Bildungssystems in der Schweiz (HarmoS) die ersten vier Schuljahre in den sogenannten ersten Zyklus gebündelt wurden, kommt der Transition in den Kindergarten als erste obligatorische Schulstufe eine hohe Bedeutung zu. Im Rahmen eines Workshops der Jacobs Foundation mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis wurde, bezogen auf die Transition in den ersten Zyklus, erkannt, dass diese für 10-20% der Kinder eine Hürde bedeutet und sie damit Nachteile in ihrer Bildungsbiografie erfahren.
Während das Thema Transition schweizweit sowohl in der Praxis als auch in der Wissenschaft thematisiert wird und die bildungspolitischen Entwicklungslinien gut dokumentiert sind, liegen kaum empirische Befunde und statistische Kennzahlen sowie Erkenntnisse aus unterschiedlichen Förderprojekten vor.

Vor diesem Hintergrund nimmt sich die Pädagogische Hochschule Bern im Auftrag der Jacobs Fundation dem Forschungsvorhaben an, eine fundierte Recherche zum aktuellen Forschungsstand (national und international) hinsichtlich der Transition in den Kindergarten durchzuführen. Das Forschungsvorhaben beinhaltet darüber hinaus eine Situationsanalyse in drei Landesteilen der Schweiz. Die Literaturrecherche in nationalen und internationalen Datenbanken wird mit sechs Interviews mit Expertinnen und Experten aus der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin ergänzt.

Ziel der Untersuchung ist das Schaffen eines Überblicks, was ein Kind für einen gelungenen Übergang in den Zyklus 1 benötigt und wo noch Handlungsbedarf besteht. Darüber hinaus soll aufgezeigt werden, welche bestehenden Programme und Projekte hinsichtlich der Transition vom Frühbereich in das Schulsystem bereits existieren. Die theoretische Grundlage der Studie bildet das Modell „Transition als ko-konstruktiver Prozess“ nach Griebel und Niesel (2013). Im Zentrum der Transition stehen dabei vor allem die Kinder und ihre Eltern, welche den Transitionsprozess gemeinsam mit ihrem sozialen Umfeld (Kindergartenlehrpersonen, Erziehende, Geschwister usw.) ko-konstruieren. Auf der Grundlage der Studie werden Handlungsoptionen entwickelt werden.

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Publiziert am: 13.02.2019