Übergabe Fachbereichs­verantwortung Sekundarstufe II

 

Übergabe Fachbereichs­verantwortung Sekundarstufe II

Rolf Gschwend übergibt per 1. April 2019 die Fachbereichsverantwortung Sekundarstufe II an Martin Schütz. Während seines langjährigen Engagements in der Weiterbildung auf Sekundarstufe II war Rolf Gschwend in verschiedenen Funktionen tätig und sorgte immer wieder für Ausrufezeichen. Als aktuelles, letztes und eindrückliches Beispiel dient die 21. Impulstagung zu "Digitale Medien didaktisch sinnvoll einsetzen!" mit 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Welche grössten Veränderungen haben Sie während Ihrer Zeit als Fachbereichsverantwortlicher Sekundarstufe II erlebt und mitgemacht?
Planung, Durchführung und Evaluation der Weiterbildung sind professioneller geworden. Vor 30 Jahren arbeiteten die Mitglieder der Projektgruppe Gymnasiallehrerfortbildung – Frauen waren damals mitgemeint – ehrenamtlich. Nur wenn jemand einen Kurs durchführte, gab es ein Honorar. Zudem erhielt die Gruppe etwas Zeit, um in einem Kaderkurs die Fortbildung – so sagte man damals – zu planen. Das änderte sich vor ca. 20 Jahren: Seither können Dozierende während ihrer Arbeitszeit Angebote planen, durchführen und evaluieren. Den Namen der Projektgruppe änderten wir später, es war nicht mehr zeitgemäss, "nur" die Lehrer anzusprechen.
Eine weitere grosse Veränderung betrifft die Zeit und die Rahmenbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer für die Weiterbildung: Sie ist knapper und somit kostbarer geworden. Vor 30 Jahren führten wir jährlich zwei oder drei mehrtägige WBZ-Kurse durch, und zwar während des Semesters. Die Teilnehmenden konnten eine Stellvertretung einsetzen, die von der Zentralstelle für Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung bezahlt wurde. Das ist heute nicht mehr möglich.
Verändert hat sich auch das Verhältnis zur Erziehungsdirektion. Die Zentralstelle war eine Abteilung der Erziehungsdirektion. Heute regelt ein Leistungsauftrag das Verhältnis, und wir bekommen klare Aufträge. So haben wir beispielsweise das Projekt Selbst organisiertes Lernen (SOL) während sechs Jahren mit Weiterbildungsangeboten unterstützt und angeregt, dass Kursteilnehmende ihre SOL-Unterrichtseinheiten publizieren. Insgesamt sind ca. 75 Unterrichtseinheiten im Netz für interessierte Kolleginnen und Kollegen zugänglich. Das ist hoch erfreulich!

Was hat sich nicht verändert?
Das Weiterbildungsverhalten veränderte sich kaum. Es braucht nach wie vor einen grossen Aufwand, um Bedürfnisse zu erheben, die Lehrerinnen und Lehrer auf unsere Angebote aufmerksam zu machen und sie zu einem Besuch zu motivieren. Zurzeit gelingt das allerdings ganz gut.

Was waren die grössten Herausforderungen?
Regelmässig ein bedarfs- und bedürfnisgerechtes Programm zu erstellen. Dabei ist klar geworden, dass Bedürfnismeldungen eine kurze Halbwertszeit haben. So kommt es immer wieder vor, dass diejenigen, die ein Weiterbildungsbedürfnis anmelden, am Kurs nicht erscheinen.

Was macht die PHBern im Bereich Sekundarstufe II aus Ihrer Sicht besonders gut?
In den vergangenen Jahren haben wir für verschiedene Zielgruppen der Sekundarstufe II je eine Tagung entwickelt, die wir meistens jährlich durchführen. Diese Tagungen sind gut, manchmal sehr gut besucht. So haben wir im vergangenen November das 16. Forum Berufsbildung mit ca. 200 und den 11. Brückentag mit ca. 170 Teilnehmenden durchgeführt. Der Brückentag hat sich zu einem kantonalen Weiterbildungsanlass gemausert. Es beeindruckt mich immer wieder, wenn ich am letzten Samstag im November ca. Dreiviertel der kantonalen "Belegschaft" an den verschiedenen Brückenangeboten begrüssen darf. Im März 2019 standen drei Tagungen auf dem Programm: Die 11. EBA-Tagung für Lehrende und Ausbildende(!) in der zweijährigen Grundbildung mit ca. 110 Teilnehmenden; die 21. Impulstagung für Lehrende aus den Gymnasien mit ca. 185 Teilnehmenden und der 7. Tag der Fachmittelschulen mit ca. 150 Teilnehmenden. Es freut mich sehr, dass sich diese Angebote etabliert und ihr Publikum gefunden haben.
Sehr gut nachgefragt sind die Weiterbildungsangebote zum allgemeinbildenden Unterricht in den gewerblich-industriellen Berufsfachschulen und zu den naturwissenschaftlichen Fächern in den Mittelschulen. In beiden Bereichen können wir fast alle ausgeschriebenen Angebote durchführen. Das ist bemerkenswert angesichts der Tatsache, dass in der Regel ca. ein Drittel der Angebote, die ausgeschrieben sind, nicht realisiert werden können.

Was denken Sie, wie geht es weiter im Bereich Sekundarstufe II? Welche Themen, Herausforderungen, Aufgaben kommen auf die Fachpersonen zu?
Die Tagungen – unser "Markenzeichen" – sollten weiterhin angeboten werden. Grossanlässe werden geschätzt. Hier kann man Anregungen abholen, sich mit Trends beschäftigen, vertiefende Weiterbildung planen und Kolleginnen und Kollegen aus anderen Schulen und Kantonen treffen. Das macht uns und den Teilnehmenden Freude!
Auch künftig wird es Aufträge von der Erziehungsdirektion geben. In den nächsten zwei, drei Jahren wird uns der Lehrplan 21 der Volksschule beschäftigen. Mit massgeschneiderten Weiterbildungsangeboten wollen wir dafür sorgen, dass der Lehrplan 21 auf der Sekundarstufe II antizipiert wird. Das ist eine Herausforderung für uns und für alle Lehrenden aller Schultypen der Sekundarstufe II.

Was geben Sie Ihrem Nachfolger, Martin Schütz, mit auf den Weg?
Ich antworte mit dem Titel des Forums Berufsbildung aus dem Jahr 2015: "Mit Struktur zur Freude und Gelassenheit."

Die PHBern bedankt sich bei Rolf Gschwend für seine wertvolle Arbeit und wünscht ihm für seine Pensionierung alles Gute, viel Zeit und Musse, den Dingen nachzugehen, die ihm am Herzen liegen!

Angebote Sekundarstufe II

Publiziert am: 28.03.2019