Inklusive Bildung

 


Der professionelle Umgang mit heterogenen Lerngruppen stellt für die Schulpraxis eine grosse Herausforderung und Chance zugleich dar. Das Schwerpunktprogramm „Inklusive Bildung“ nimmt sich dieser Thematik an. In den einzelnen Forschungsprojekten werden inklusive Kulturen, Strukturen und Praktiken in Schulen untersucht und im Rahmen von Entwicklungsprojekten optimiert.

 
   

Integration als gängige Schulpraxis

Die in der Schweiz gängige Praxis entspricht nach wie vor der schulischen Integration. In einem integrativen Schulsystem wird gefragt, ob Schülerin X oder Schüler Y unter den gegebenen Rahmenbedingungen in die Regelklassen integriert werden kann. Ob ein Kind integriert wird, hängt stark von dessen Wohnort oder Schule und von der sozialen und ethnischen Herkunft des Kindes ab. Während Kinder aus höheren sozialen Schichten integrativ unterrichtet werden, finden sich in Sonderklassen übermässig viele Schülerinnen und Schüler aus Familien mit niedrigem Sozialstatus.

 

Inklusion geht einen Schritt weiter

In einem inklusiven Schulsystem hingegen steht die Frage im Zentrum, wie das System Schule unterstützt werden muss, um alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam gewinnbringend zu unterrichten. In diesem Schulverständnis gelten alle Kinder als „normal“ wodurch die Integration „Anderer“ wegfällt. Das Hauptziel der Inklusion ist eine „gute Schule für alle“. Jedes Kind ist willkommen und erhält eine optimale Unterstüt­zung. Soziale Kompetenzen und gegenseitiger Respekt werden gefördert und niemand wird vom gemein­samen Lernen und Leben ausgeschlossen.
Die Entwicklung hin zu einer inklusiven Schule ist als Prozess zu verstehen. Sie geschieht über inklusive Kulturen (Einstellungen, Haltungen), Strukturen (Konzepte, Rahmenbedingungen, Richtlinien, Organisa­tionsformen) und Praktiken (didaktische Settings, Umgang mit Heterogenität, Förderung von Kindern mit besonderem Förderbedarf u.a.).

 

Ziele des Schwerpunktprogramms

Sowohl auf Bundes- als auch auf Kantonsebene fordern Politik und Justiz, dass sich inklusive Bildung in der Schulpraxis etablieren soll. Das Forschungsschwerpunktprogramm will hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Die Forschenden analysieren die Inklusionsbemühungen, die derzeit an vielen Regelkassen statt­finden und entwickelt in verschiedenen Forschungsprojekten gezielte Massnahmen und Strategien zur Weiterentwicklung und Förderung inklusiver Bildung. Diese werden mit konkreten Entwicklungsprojekten im Praxisfeld erprobt. Die Erkenntnisse fliessen in die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen ein.

 

Leitung Schwerpunktprogramm

Dr. Caroline Sahli Lozano
 

Mitarbeitende Schwerpunktprogramm

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Laufende Projekte

Laufzeit Leitung Titel
2018 - 2021 Prof. Dr. Siegfried Nagel, Prof. Dr. Michael Eckhart, Dr. Stefan Valkanover Soziale Partizipation von Kindern mit einer geistigen Behinderung im integrativen Schul- und Vereinssport Mehr
2017 - 2020 Dr. Caroline Sahli Lozano, Prof. Dr. Rolf Becker ChaRisMa - Chancen und Risiken integrativer schulischer Massnahmen Mehr
2017 - 2019 Judith Sägesser, Dr. Caroline Sahli Lozano Inklusive Förderung der Grafomotorik im Erstschreiben (GRAFINK) Mehr
 

Abgeschlossene Projekte

Laufzeit Leitung Titel
2016 - 2017 Dr. Caroline Sahli Lozano, Dr. Stefan Valkanover Bewegung und Sport in Sonder- und integrativen Regelschulen des Kantons Bern Mehr
2016 - 2018 Dr. Sandra Moroni Gleiche Hausaufgaben für alle? Mehr
2014 - 2016 Dr. Caroline Sahli Lozano, Prof. Dr. Rolf Becker Selektivität und Effektivität des Chancenausgleichs an Berner Schulen (SECABS) Mehr
2012 - 2014 Dr. Caroline Sahli Lozano, Richard Vetterli Dokumentation Partnerschulprojekt Integration Mehr
 

Dokumente

 

Kontakt

PHBern

Institut für Forschung, Entwicklung und Evaluation

Fabrikstrasse 8

CH-3012 Bern

+41 31 309 22 11

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