Ein Forschungsprojekt der PHBern

Projekt

 

Hausaufgaben sind trotz regelmässigen Debatten über ihren Sinn und Unsinn nicht aus dem Schulalltag wegzudenken. Dass Lehrpersonen tagtäglich teilweise unreflektiert Hausaufgaben vergeben, kann damit zusammehängen, dass erstens die systematische Erforschung von Hausaufgaben noch in den Kinderschuhen steckt (Gerber & Wild, 2009) und zweitens das Thema Hausaufgaben in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen nahezu unbearbeitet ist (Kohler, 2011). Eine gängige Praxis bei der Hausaufgabenvergabe stellt sich so dar, dass alle Schüleri­nnen und Schüler dasselbe machen und allenfalls leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler noch nachholen müssen, was im Unterricht nicht geschafft wurde. Differenzierende Hausaufgaben ermöglichen es, den verschiedenen Ansprüchen der Schülerinnen und Schüler besser gerecht zu werden. Zudem wird für die Schülerinnen und Schüler der Sinn der Haus­aufgaben deutlich, da sie mit diesen ein eigenes Ziel verfolgen. In Anlehnung an das Hausaufgabenmodell von Trautwein und Kollegen (Trautwein, Lüdtke, Kastens & Köler, 2006; Trautwein, Lütke, Schnyder & Niggli, 2006) ist davon auszugehen, dass differenzierende Hausaufgaben einen direkten Effekt auf die Hausaufgabenmotivation, auf die Hausaufgaben­anstrengung sowie auf die Leistung der Schülerinnen und Schüler haben, sowie einen teilweise mediierten Effekt über die Hausaufgabenmotivation auf die Hausaufgabenerledigung und auf die Leistung der Schülerinnen und Schüler. Die Vergabe von differenzierenden Hausaufgaben ist allerdings mit einem hohen Zeitaufwand für die Lehrperson verbunden (Niggli & Moroni, 2009; Standop, 2013). Das hier vorgeschlagene Forschungsprojekt setzt an diesem Punkt an. In einem ersten Schritt sollen mithilfe von praktizierenden Lehrpersonen differenzierende Hausaufgaben im Fach Deutsch zum Thema Orthographie (innerhalb der Schreibkompetenz) ausgearbeitet werden (Entwicklungsprojekt). Da die Hausaufgaben nicht losgelöst vom Unterricht erteilt werden können, werden auf der Basis der Lehrmittel zudem Unterrichtsmaterialien zum Thema ausgearbeitet. In einem zweiten Schritt werden die so entwickelten differenzierenden Hausaufgaben mittels einer Interventionsstudie auf ihre Wirksamkeit hin geprüft (Forschungsprojekt).

 
 

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