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„Ich will die Jugendlichen für Sport begeistern“

 

Manuela Catillaz geht jeden Tag mit Freude arbeiten. „Einerseits kann ich bei den Schülerinnen und Schülern viel bewirken und andererseits kommt auch etwas zurück.“ Für das nimmt sie auch strengere Zeiten in Kauf. 

 
Manuela Catillaz will die Jugendlichen für ein lebeslanges Sporttreiben begeistern

Manuela Catillaz interessiert sich von klein auf für Sport. Als Fünfjährige begann sie mit Kunstturnen. Seitdem ist Sport ein fester Bestandteil ihres Lebens. So lag es nahe, dass sie sich entschied, Sport- und Erziehungswissenschaft an der Universität Bern zu studieren. Während des Studiums übernahm sie verschiedene Stellvertretungen an Schulen und begleitete Klassen in Skilager. „Mit den Kindern und Jugendlichen Sport zu machen, gefiel mir sehr gut“, strahlt Manuela Catillaz.

Deshalb erlangte sie an der PHBern nach ihrem Master das Lehrdiplom, welches ihr erlaubt, an Maturitätsschulen Sport zu unterrichten. Das Fachpraktikum absolvierte sie an der Gewerblich-Industriellen Berufsschule in Bern (GIBB). „Ich hatte das Glück“, so die junge Sportlehrerin dankbar, „dass nach meinem Abschluss im Jahr 2011 an der GIBB eine Stelle frei wurde.“ Manuela Catillaz setzte sich damals gegen etliche Mitbewerberinnen und Mitbewerber durch.

 

Traumberuf mit strengen Zeiten

„Ich habe meinen Traumberuf gefunden“, so die 31-Jährige. Sie gehe jeden Tag mit Freude arbeiten. „Einerseits kann ich bei den Schülerinnen und Schülern viel bewirken und andererseits kommt auch etwas zurück.“ Zu sehen, dass sich die Jugendlichen weiterentwickeln, sie Freude haben, sich zu bewegen, und ihr psychisches Wohlbefinden durch die Bewegung steigern, geniesst die Sportlehrerin sehr. Ihr Ziel ist es, die Jugendlichen für ein lebenslanges Sporttreiben zu begeistern. „Sie sollen erleben, dass es ihnen guttut, sich zu bewegen, sowie Erfolgserlebnisse und Freude erfahren“, erklärt Manuela Catillaz. Natürlich habe ihr Beruf auch Schattenseiten. In strengen Zeiten arbeitet sie 50 bis 60 Stunden pro Woche. Während der Schulferien könne sie jedoch einige Stunden kompensieren.

Manuela Catillaz ist sehr engagiert. So übernimmt sie die Verantwortung für verschiedene Projekte, hilft in der Organisation des Ressorts Sport an der GIBB mit, engagiert sich in Sitzungen und bildet neben ihrem Vollpensum an der GIBB als Praxislehrperson der PHBern zusätzlich Praktikantinnen und Praktikanten aus. „Diese Arbeit macht mir wahnsinnig viel Spass“, strahlt sie. Der Mix zwischen all diesen Aufgaben ist der Grund, weshalb ihr der Beruf als Sportlehrerin so sehr gefällt.

 

Wie sieht der Alltag einer Sportlehrerin aus?

Für Manuela Catillaz beginnt der Tag im Lehrerzimmer eine Stunde vor Unterrichtsbeginn. Dort geht sie die vorher geplanten Sportlektionen nochmals durch und frühstückt. Danach geht sie in die Turnhalle und stellt das Material bereit. Gleichzeitig trudeln die ersten Schülerinnen und Schüler ein. „Kurz vor Unterrichtsbeginn erfahre ich am meisten von den Jugendlichen. Dann erzählen sie, wie es ihnen geht, ob sie es zurzeit streng haben oder nicht“, so die Sportlehrerin. Nach der Sportlektion werden noch allfällige Fragen beantwortet und dann wartet bereits die nächste Klasse.

Manuela Catillaz passt die Lektionen für jede Klasse individuell an. Denn jede Klasse habe andere Bedürfnisse und Potenziale. In den Klassen, in denen die Lernenden eher wild und laut sind, sei sie eher „Polizistin“, in anderen sei sie eher Pädagogin und Motivatorin. Erforderliche Eigenschaften einer Sportlehrerin seien: Geduld, Feingefühl, ein hohes Verantwortungsgefühl, eine effiziente Arbeitsweise und – die wichtigste – die Freude am Unterrichten. „Eine gute Lehrerin ist jemand, der die Jugendlichen begeistern kann für das, was sie ihnen vermitteln möchte“, findet Manuela Catillaz. Das Schönste an ihrem Beruf ist: „Wenn ich am Morgen in die Turnhalle komme und mich die Jugendlichen zum Lachen bringen.“