Beobachten – staunen – erleben auf dem Schilthorn

 

Beobachten – staunen – erleben auf dem Schilthorn

Nicht im Geheimdienst ihrer Majestät, jedoch im Auftrag des NMG-Moduls "Sterne erleben" dürfen die Studierenden des Instituts Vorschulstufe und Primarstufe (IVP) unter der Leitung von Heinz Hofer ein unvergessliches Wochenende auf dem Schilthorn verbringen. Im herrschaftlich eingerichteten Restaurant wird das Nachtlager aufgeschlagen. Danach geht es ans Erkunden des Gebäudes und der Umgebung, einschliesslich der vorsichtig abgezäunten unzugänglichen Bereiche für die Touristen. Nach einem fast schon kitschigen Sonnenuntergang werden die mitgebrachten Instrumente und Geräte eingerichtet, um endlich das Gelernte über die verschiedenen Himmelskörper selber erfahren und erleben zu können. Um die unter der Nebeldecke Zurückgebliebenen ein bisschen zu erheitern, werden noch letzte Fotos mit den aufgestellten Touristenattraktionen gemacht. Endlich wird es dunkel. Ausgerüstet mit Teleskop und Fotokamera werden alle möglichen Sterne geortet, beobachtet und in unzähligen Fotos festgehalten. Neben eifrigem Einstellen von ISO-Wert, Blende und Beleuchtungszeiten drehen sich der Grosse Bär und seine Gefährten gemächlich im Kreis um den Polarstern. Sogar die ISS flitzt vorbei und ist für wenige Minuten zu sehen. Ob sie uns wohl auch sehen?

Dank der sorgfältig justierten Teleskope sind die Venus, der Mars, der Merkur, der Andromeda-Nebel, der Orion-Nebel und (am frühen Morgen) auch der Jupiter und seine Monde greifbar nahe wie noch nie. Am meisten Eindruck hinterlässt aber immer noch unser nächster Nachbar, der Mond. Mit seinem Aufgang wird es aber so hell, dass sich die Sternbilder nur noch schwer beobachten lassen.

Um der Müdigkeit entgegenzuwirken, helfen der warme Kaffee aus der frei zugänglichen Restaurantküche und die Reste des abendlichen Buffets. Während sich einige einen wohlverdienten Schlaf gönnen, gehen andere unter dem Sternenhimmel im eifrigen Gespräch philosophischen Fragen nach.

Die Nacht vergeht, der Sternenhimmel verändert sich, wir drehen uns unermüdlich weiter.

Frühmorgens werden nochmals die Kameras aufgestellt, um die letzten Sternbilder zu entdecken und die ersten Sonnenstrahlen einzufangen. In den Bergen lassen diese aber auf sich warten. Dies gibt uns Zeit, die vergangene Nacht nochmals Revue passieren zu lassen. Wir stellen fest, wieviel wir gelernt haben. Wir sind unseren Fragen nachgegangen, haben Antworten gesucht und diese oft auch gefunden. Dieses Erlebnis werden wir nicht so schnell vergessen. Völlig zufrieden, und doch auch ein bisschen müde, packen wir unsere ganzen Sachen zusammen.

Vor der Talfahrt gibt es noch einen heissen Kaffee. Gerührt, nicht geschüttelt.

 

Text: Simon Podolak

 
James Bond (Foto: Jürg)Thunersee und Jura (Foto: Daniela)Abendpanorama (Foto: Christoph)Eiger, Mönch und Jungfrau (Foto: Natalie)Abendrot (Foto: Janique)Mönch (Foto: Daniela)Beobachtungausrüstung (Foto: Christoph)Venus und Mars (Foto: Sabrina)Venus im Steinbock (Foto: Natalie)Der flinke Merkur (Foto: Heinz)Grosser Bär (Foto: Katja)Thun bis Jura teilweise im Nebel (Foto: Pierina)Sommerdreieck in der Milchstrasse (Foto: Helene)Teile des Wintersechsecks (Foto: Pascal)Orionnebel (Foto: Nik)Mond vor dem Löwen (Foto: Daniela)Jupiter am Morgenhimmel oberhalb Spica von der Jungfrau (Foto: Sabrina)Jupiter mit seinen vier Galileischen Monden fotografiert mit iPhone durchs Fernrohr (Foto: Pascal)Mondkrater fotografiert mit iPhone durchs Fernrohr (Foto: Yassin)