Schule leiten

 

Eine Schule zu leiten, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die mit komplexen und immer neuen Herausforderungen aufwartet, mit einer hohen Verantwortung einhergeht und bei der unterschiedliche Erwartungen befriedigt werden müssen. Das Berufsbild hat sich in den letzten Jahren stark professionalisiert. Schulleiterinnen und Schulleiter sind Führungspersonen im Bildungssystem, sie müssen grössere Zusammenhänge verstehen und dürfen den Blick auf das Gesamtsystem Schule nicht verlieren. Die PHBern hat sich im Berichtsjahr intensiv mit dem Thema "Schule leiten" auseinandergesetzt. Unter anderem wurde das Weiterbildungsangebot weiterentwickelt und eine wegweisende Studie unter dem Titel „Eine Schule leiten im 21. Jahrhundert“ abgeschlossen.

Angebote für Führungspersonen im Bildungsbereich ausgebaut
Das Institut für Weiterbildung und Medienbildung der PHBern bietet eine umfassende Palette an Weiterbildungen für Schulleitende, Leitende von Sonderschulen und von Tagesschulen an. Auch für das erweiterte Kader stehen Angebote bereit. Zudem werden Beratungsdienstleistungen in relevanten Bereichen der Führungs- und Bildungsentwicklung angeboten. Folgende Angebote wurden im Berichtsjahr erarbeitet und können seit Herbst 2016 besucht werden:

  • Im Kurs "Führen im digitalen Zeitalter" lernen die Teilnehmenden Trends und Gegentrends der digitalen Welt kennen und den eigenen Führungsstil angesichts des digitalen Wandels zu reflektieren.
  • Der Kurs "Betriebswirtschaftliche Grundlagen – von der Idee zum Businessplan" macht betriebswirtschaftliche Zusammenhänge anhand eines Unternehmensplanspiels erfahrbar.
  • Der Kurs "Achtsamkeit und Leadership" vermittelt Achtsamkeitstechniken und Instrumente der Selbst- und Personalführung.
  • Das Gefäss "Plattform voneinander lernen" dient dem gegenseitigen Austausch. Schulleitende geben darin Einblick in ihre Steuerungsinstrumente zur Einführung des Lehrplans 21 und in ihren Stand der Planung.

Die PHBern investiert in Kooperationen
Die PHBern kooperiert mit anderen Hochschulen, um Schulleiterinnen und Schulleiter aus mehreren Kantonen erreichen zu können. Zudem findet auch zwischen den Instituten der PHBern Kooperation statt.

  • Für die Pädagogische Hochschule Wallis wurde vom 1. August 2015 bis zum 10. Dezember 2016 ein spezifischer CAS-Lehrgang "Schule leiten" in Brig durchgeführt.
  • In Zusammenarbeit mit den Pädagogischen Hochschulen Freiburg und Wallis wird jeweils im September die interkantonale Schulleitungstagung IKAS durchgeführt. Im Jahr 2015 widmete sie sich dem Thema "Führen zwischen Handwerk und Kunst" und fand am Zentrum Paul Klee in Bern statt. Dieses Jahr traf man sich am 2. und 3. September 2016 in Saas-Fee. Das Thema hiess "Führen zwischen Lust und Frust". Im Rahmen dieser Tagung fand die Vernissage der Buches "Eine Schule leiten. Grundlagen und Praxis" statt. Das im hep Verlag erschienene Buch ermöglicht in theorie- und praxisgeleiteten Beiträgen einen Einblick in die Führungsaufgaben von Schulleitenden und weiteren Führungspersonen im Bildungsbereich.

  • Für den Kurs "Eine Schule für alle – Schulleitungen unterwegs" kooperiert das Institut für Weiterbildung und Medienbildung mit dem Institut für Heilpädagogik. Das Angebot bietet Unterstützung und Anleitung, die eigene Schule zu einer inklusiven Schule weiterzuentwickeln.

Die PHBern forscht intensiv zu Aspekten der Schulleitung
Die PHBern unterhält mehrere Forschungsprojekte zum Thema "Schule leiten". Im Berichtsjahr ist die breit angelegte und vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie "Eine Schule leiten im 21. Jahrhundert" zum Abschluss gekommen. Um den Stand der geleiteten Schulen bezüglich Organisation, Belastung, Arbeitsaufteilung und Arbeitszufriedenheit zu erforschen, wurden 241 Schulleitende und 3197 Lehrpersonen befragt. Besonderes Interesse galt den Zusammenhängen zwischen Schulleitungshandeln und Zufriedenheit des Kollegiums. 
Eine Studie untersuchte, wie vertikale Führung (Stufe Schulleitung) und geteilte Führung (Stufe Kollegium) miteinander interagieren. In der öffentlichen Veranstaltung "Treffpunkt Wissenschaft" im Februar 2016 wurden ausgewählte Ergebnisse vorgestellt und die Befunde mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Berufsfeld sowie mit dem Publikum diskutiert.