Engagement für MINT

 

Fachkräfte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) werden in der Wirtschaft dringend gesucht. In den kommenden Jahren droht ein Mangel an gut qualifiziertem Nachwuchs in der Schweiz. Die PHBern setzt sich seit etlichen Jahren für die MINT-Förderung ein: In der Ausbildung kommt der Naturwissenschaft, der Technik sowie der Mathematik und der Informatik ein wichtiger Stellenwert zu und auch die Weiterbildung bietet entsprechende Angebote an. Zudem fördert die PHBern das Interesse der Jugend durch Angebote am Nationalen Zukunftstag oder durch die Teilnahme an Formaten wie tunBern.ch im Rahmen der BEA. Nun geht sie noch einen Schritt weiter. Mit der Berner Fachhochschule (BFH) wird zurzeit ein gemeinsamer Schwerpunkt MINT aufgebaut. Die Zusammenarbeit hat zum Ziel, angehende Lehrpersonen besser zu befähigen, Schülerinnen und Schüler für MINT-Fächer und MINT-Berufsfelder begeistern zu können.

Stärken der beiden Hochschulen werden gebündelt
Im MINT-Schwerpunkt werden die Stärken der beiden Hochschulen gebündelt. Die BFH liefert das notwendige Know-how und Fachwissen im technischen Bereich, während die PHBern pädagogische Konzepte und Vermittlungsmethoden einbringt. Im Zentrum steht die Frage, wie angehende Lehrpersonen sowohl fachlich als auch didaktisch noch besser ausgebildet werden können, um bei Schülerinnen und Schülern das Interesse für MINT-Themen zu wecken und zu fördern. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Frage, wie insbesondere Mädchen angesprochen werden können. Der MINT-Schwerpunkt soll in den Jahren 2017 bis 2020 aufgebaut werden und Gefässe der hochschulübergreifenden Zusammenarbeit institutionalisieren und etablieren.

Konkrete Ausbildungsinhalte
Im Berichtsjahr wurde ein gemeinsames Konzept erarbeitet, das die Art der Zusammenarbeit klärt. Seit Herbst 2016 haben die Dozierenden aus allen Instituten der PHBern und aus allen Departementen der BFH nun die Möglichkeit, Projektvorschläge für die MINT-Förderung einzureichen. Das können sowohl bestehende als auch neue Projekte sein. Ein wichtiges Kriterium ist, dass beide Hochschulen involviert sind. Ein Ausschuss aus Vertreterinnen und Vertretern beider Hochschulen wird die Eingaben prüfen, gegebenenfalls bündeln und entscheiden, welche Projekte unterstützt werden. Im Jahr 2017 können die ersten Projekte lanciert werden. Ihren Abschluss finden sie in konkreten Aus- und Weiterbildungsinhalten. 
Einige Projekte liegen bereits vor. Eines hat zum Ziel, angehenden Lehrpersonen einen besseren Einblick in die Ausbildung von Jugendlichen in modernen MINT-Berufen zu geben. Dazu werden an der Technischen Fachschule Bern Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, in denen die Studierenden der PHBern zum einen selbst im Bereich Technik-Bildung geschult werden, zum anderen einen direkten Einblick in die Ausbildung der Lernenden technischer Berufsrichtungen erhalten. Als Ausstellungsraum der Produkte, die im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen den Studierenden und den Lernenden entstehen, dient ein leer stehendes Treppenhaus der Technischen Fachschule in Bern. Als "MINT-Turm" soll dieses dereinst das Projekt symbolisch nach aussen sichtbar machen.

Unterstützung vom Bund
Die finanziellen Mittel für die MINT-Kooperation werden von der PHBern und der BFH zur Verfügung gestellt – möglicherweise kann jedoch ein Teil des vorgesehenen Betrags durch Bundesgelder gedeckt werden. Das wird dann der Fall sein, wenn ein Antrag von neun Hochschulen angenommen wird. Er beantragt Bundesmittel für den Aufbau eines Nationalen Kompetenzzentrums für die Förderung von MINT-Bildung. Das Gesuch stützt sich auf Artikel 59 des Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetzes (HFKG), wonach mehrjährige projektgebundene Beiträge für Aufgaben von gesamtschweizerischer hochschulpolitischer Bedeutung gesprochen werden können. Hauptantragstellerin ist die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), zu den Mitunterzeichnenden gehören die PHBern und die BFH. Geplant ist die regionale Zusammenarbeit zwischen Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen.