16. April 2026, Marco Borromeo (Lehrperson Schule Spitalacker) & Tom Liechti (Lehrperson Schule Ringgenberg)
Heute führte uns der Besuch an den Jixin Campus, mit Stationen in der Chess Academy, dem Innovation and Technology Center sowie dem dazugehörigen School History Museum.
Bereits beim Ankommen wird sichtbar, wie weitläufig der Campus angelegt ist. Zwischen Gebäuden und einem kleinen Park mit Teich bewegen wir uns zunächst in Richtung Chess Academy. Dort werden wir in das dazugehörige Museum eingeführt, das in dieser Form einzigartig im Land ist. Wie schon an den Tagen zuvor zeigt sich auch hier, wie stark Schulen ihre eigene Geschichte sichtbar machen. Ehemalige Schüler:innen und ihre Leistungen sind präsent und werden als Teil der Schulidentität aufgegriffen. Vergangenheit und Gegenwart stehen dabei in engem Bezug zueinander.
Im nächsten Gebäude fällt eine Skulptur ins Auge, die aus alten und neueren Schulbankhölzern gefertigt ist. Auch hier wird Geschichte aufgegriffen und zugleich mit aktuellen Entwicklungen verbunden. In den anschliessenden Räumen reihen sich unterschiedliche technische Installationen aneinander, darunter ein Flugsimulator, interaktive Anwendungen und verschiedene Projektarbeiten aus dem Bereich Technologie und AI.
Anschliessend nehmen wir an einer Englischlektion teil. Der Raum ist gross, insgesamt sieben Smartboards sind installiert. Der Unterricht verläuft mehrheitlich frontal, die Lernenden arbeiten parallel dazu in ihren Arbeitsheften.
Für einzelne Interaktionen wird der sogenannte „AI Bear“ eingesetzt. Das Gerät ist mit dem digitalen Lehrmittel verbunden und ermöglicht es der Lehrperson, Antworten der Schüler:innen zentral zu erfassen und im Unterricht weiterzuverwenden. Gerade in grossen Klassen eröffnet dies eine zusätzliche Möglichkeit, Rückmeldungen zu bündeln, während die Schüler:innen gleichzeitig analog arbeiten.
Besonders aufgefallen ist uns zudem die Feedbackkultur unter den Lehrpersonen. Während des Unterrichts wurde die Lehrperson von Kolleginnen und Kollegen beobachtet und erhielt im Anschluss Rückmeldungen. Diese Hospitationen scheinen fest im Schulalltag verankert zu sein und werden nicht als Kontrolle, sondern als selbstverständlicher Teil der gemeinsamen Unterrichtsentwicklung wahrgenommen.
Am Nachmittag besuchen wir die Wenzhou Dalton School. Es ist die einzige Privatschule die wir während unserem Aufenthalt besuchen. Insgesamt sind Privatschulen in China auch weniger verbreitet als öffentliche Schulen. Auch hier bewegen wir uns durch grosszügige Räumlichkeiten. Als Lehrperson für Bildnerische Gestalten fallen mir die zahlreichen kreativen Arbeiten der Schüler:innen auf, die im gesamten Gebäude sichtbar sind. Wände, Flächen und Räume werden als Gestaltungsorte genutzt und zeigen unterschiedliche Zugänge zum bildnerischen Arbeiten.
In einer weiteren Unterrichtssequenz wechseln wir erneut in einen digitalen Kontext. In einer Primarklasse steht das Thema Gesichtserkennung durch AI im Zentrum. Die Schüler:innen setzen sich zunächst mit den Grundlagen auseinander und arbeiten anschliessend daran zu unterscheiden, welche Bilder durch generative AI erstellt wurden und welche reale Personen zeigen.
Unterstützt wird der Unterricht durch eine Übersetzungs-App, die es uns ermöglicht, Inhalte nahezu simultan mitzuverfolgen. Über einen QR-Code können wir uns einloggen und zwischen verschiedenen Sprachen wechseln. Damit dies funktioniert, ist eine sehr genaue Planung des Unterrichts erforderlich, da die Inhalte parallel verfügbar gemacht werden müssen.
Zum Abschluss des Tages kommen wir nochmals gemeinsam zusammen. Lehrpersonen, Schulleitungen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Wenzhou-Kean University, die uns während der Woche begleitet haben, sind erneut anwesend. Das gemeinsame Abendessen bildet den Abschluss des Projektteils in China und bietet nochmals Raum für Austausch und Begegnung. Es ist schön, am Ende der Woche noch einmal in dieser Runde zusammenzukommen, auf die vergangenen Tage zurückzublicken und gemeinsam auf eine eindrückliche und in vielerlei Hinsicht unvergessliche Woche anzustossen.
English
Today we visited the Jixin Campus, including the Chess Academy, the Innovation and Technology Centre, and the associated School History Museum.
The prestigious and historically significant high school impressed us from the outset with its spacious buildings and extensive campus, which were proudly presented to us by both students and teachers during a guided tour.
Alongside its own small park with a pond, we were first introduced to the museum of the Chess Academy, the only one of its kind in the entire country. As on previous days, it became very clear how proud and tradition-conscious both students and staff are when presenting their institutions. Particular emphasis is placed on the achievements of former students, who are intended to serve as role models.
In the next larger building, we encountered a sculpture made from numerous old and new wooden school desks, designed to convey the history of the school while placing a strong focus on technological development, research, and AI. Numerous technical installations followed in quick succession, including a flight simulator, games, and various technical project displays.
We then attended an English lesson. What particularly stood out was the large room equipped with seven smartboards. The teacher mainly used a frontal teaching approach, while the students recorded their answers in a workbook.
For interaction, the “AI Bear” was used, a device on which pupils can respond using buttons. Answers were recorded and analysed directly by the AI. The teacher received information and assessments about the pupils in the background.
In general, the AI, which could also be used on tablets, was primarily used for translating from Chinese into English. The students appeared to place considerable trust in the application.
In the afternoon, we were given a very warm welcome at Wenzhou Dalton School. At this private school, we were once again greeted by spacious facilities and, in particular, a wealth of creative student work. For any teacher of art and design, this alone was a remarkable experience, as the abundance and diversity of work, often connected across subjects, bring vibrant colour to many areas of the school.
A lesson on facial recognition using AI left us wide-eyed, especially given the young age of the primary school pupils. With a level of discipline and attentiveness we had already observed on several occasions, they followed the lesson closely.
Thanks to a very useful app, we were able to follow both the students’ and the teacher’s contributions simultaneously in English. This was yet another striking example of the intensive use of AI on the Chinese side.
Despite their intensity and the wealth of information they offered, these two visits, too, unfortunately passed far too quickly and were at times a little hectic, though the hosts were always extremely accommodating and friendly.
At the end of the day, a large farewell dinner awaited us. Teachers and school principals as well as representatives of Wenzhou-Kean University we had met over the past few days, were present once again. Together, we celebrated the conclusion of the project part in China.