28.02.2026
Am 28. Februar trafen sich am CAMPUS SURSEE im Rahmen des Worldcafés «Perspektive Sonderschulung» des Bildungs und Kulturdepartements des Kantons Luzern Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Gemeinden, Sonder -und Regelschulen sowie der PH Luzern. Im Zentrum stand die Frage, wie sich die Sonderschulung weiterentwickeln kann und was es braucht, damit Regelschulen tragfähig sind.
Den Auftakt bildete eine Keynote von Caroline Sahli Lozano aus dem Forschungsschwerpunkt Inklusive Bildung der PHBern. Sie ordnete aktuelle Forschung im Spannungsfeld zwischen separativen Angeboten wie Sonderschulen oder Sonderklassen und der Vision einer inklusiven Schule ein. Im Fokus standen Chancen und Risiken verschiedener Settings sowie die Frage, welche Formen der Steuerung und Schulentwicklung Integration tatsächlich stärken.
Makroebene System und Steuerung
Wer den Trend zu mehr separativen Lösungen bremsen will, braucht eine gezielte Steuerung auf Systemebene. Dazu gehören ein belastbares Bildungsmonitoring und daraus abgeleitete Massnahmen, die gemeinsam mit Schulen und Gemeinden umgesetzt werden. Ein zentraler Zusammenhang ist dabei klar: Das Angebot steuert die Nachfrage. Wo separative Angebote stark ausgebaut und leicht verfügbar sind, werden sie häufiger genutzt. Tragfähige Regelschulen entstehen dort, wo Ressourcen, Kompetenzen und Unterstützungssysteme systematisch in der Regelschule verankert werden.
Mesoebene Schulentwicklung
Tragfähige Regelschulen zeichnen sich durch eine klare inklusive Haltung, durch Führung, die Orientierung gibt und Entwicklungen steuert, sowie durch funktionierende Kooperation im Schulalltag aus. Multiprofessionelle Teams arbeiten mit geklärten Rollen und gemeinsamen Routinen zusammen. Entscheidend sind zudem gezielte Aus- und Weiterbildung sowie eine Unterrichtsentwicklung, die Vielfalt im Lernen als Normalität versteht.
Das Worldcafé zeigte, wie wertvoll dialogorientierte Formate für komplexe bildungspolitische Fragen sein können. Sie ermöglichen es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, gemeinsame Grundlagen zu schaffen und Impulse für die weitere Entwicklung des Bildungssystems zu setzen.