"Man muss am Ball bleiben": Naja Ritter zwischen Studium und Spitzensport

Die 23-Jährige studiert an der PHBern am Institut für Primarstufe und spielt gleichzeitig Unihockey auf höchstem Niveau. Was treibt sie an und wie gelingt ihr der Balanceakt zwischen Hörsaal, Training und Wettkampf?
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Schon früh spielte Unihockey eine wichtige Rolle im Leben der 23-Jährigen. Aufgewachsen ist sie auf einem Bauernhof im Emmental. Zum Sport kam sie durch ihren jüngeren Bruder. "Er spielte bereits Unihockey – und irgendwann standen wir gemeinsam auf dem Feld. Dabei habe ich gemerkt, wie viel Freude mir der Sport macht", erzählt sie. 

Heute trainiert die Studentin sieben bis acht Mal pro Woche. Neben dem Studium arbeitet sie zusätzlich an zwei Tagen an einer Schule. So stellt sie fest: "Ich habe erstaunlicherweise immer noch viel Energie, trotz des intensiven Trainings."

Zwischen Spielfeld und Klassenzimmer

Ebenso früh war der Emmentalerin klar, dass sie einen pädagogischen Beruf ergreifen möchte. "Als Kind war es mein grösster Traum, Kindergärtnerin zu werden", erzählt sie. Ein Praktikum in der Heilpädagogik habe sie schliesslich darin bestärkt, den Weg Richtung Schule einzuschlagen. "Dort habe ich gemerkt, wie viel Freude mir die Arbeit mit Kindern bereitet."

Geprägt haben sie dabei auch wichtige Bezugspersonen. Zum einen hat ihr ihre Mutter, selbst Primarlehrerin, den Beruf schon früh nähergebracht. Besonders inspiriert habe sie jedoch ihre eigene Kindergärtnerin: "Sie brachte immer kreative Ideen mit und sorgte für besondere Erlebnisse." Genau diese Kreativität möchte sie heute auch in ihren eigenen Unterricht einfliessen lassen.

Die Verbindung zwischen Sport und Schule ist für sie klar erkennbar. "Spannenderweise spielt Kreativität in beiden Bereichen eine zentrale Rolle. Sowohl im Unterricht als auch auf dem Feld kann man eigene Ideen einbringen und umsetzen", sagt sie. Auch der Teamgedanke sei entscheidend: "Im Kollegium unterstützt man sich gegenseitig – genau wie im Sport."

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Naja Ritter spielt Unihockey.

Flexibles Studium als Chance

Bereits im Gymnasium richtete Naja Ritter vieles auf den Sport aus. Deshalb war für sie früh klar, dass sie an der PHBern Teilzeit studieren möchte. "Durch das flexible Studium an der PHBern ist es möglich, weiterhin Spitzensport zu machen. Das schätze ich sehr."

Auch die freie Gestaltung ihres Stundenplans ist für sie ein grosser Pluspunkt: "Ich kann ihn optimal an meine Bedürfnisse anpassen." Gleichzeitig schätzt sie den Austausch mit anderen Studierenden: "Jedes Semester lernt man neue Leute kennen."

Ihr Alltag verlangt allerdings viel Organisation. Neben Studium und Arbeit stehen beinahe täglich Trainings an, teilweise sogar zweimal am Tag. Der Spagat gelingt ihr vor allem durch eine gute Organisation: "Für mich gehört das schon lange zum Alltag. Seit dem Gymnasium kombiniere ich Schule und Sport."

Ganz ohne Verzicht gehe es aber nicht. "Die Zeit mit der Familie leidet manchmal darunter", sagt sie offen. Zum Glück reagiert ihr Umfeld positiv: "Da mein Freundeskreis grösstenteils auch sportbegeistert ist, verstehen sie es gut, wenn ich mal fürs 'Käffele' absagen muss."

Im Kollegium unterstützt man sich gegenseitig – genau wie im Sport.
Naja Ritter  -  Studentin am Institut Primarstufe

Entspannung finden zwischen Druck und Leistung

Um fokussiert zu bleiben, setzt Naja Ritter bewusst Prioritäten. "Ich nehme mir nicht zu viel vor und konzentriere mich auf das Wesentliche", sagt sie. Beim Rennen kann sie den Kopf frei bekommen und neue Energie tanken. Einen kreativen Ausgleich zum Studienalltag findet sie auch beim Töpfern. "Mit den Händen etwas Eigenes zu schaffen, entspannt mich total", erzählt sie weiter. Zuhause bei ihren Eltern hat sie sich dafür sogar ein eigenes, kleines Studio eingerichtet.

Die Erfahrungen aus dem Spitzensport helfen ihr auch im Unterricht. Besonders wichtig sind mentale Stärke und Resilienz: "Gewisse Sachen kann man nicht beeinflussen. Daher konzentriere ich mich auf das, was ich beeinflussen kann."

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Naja Ritter

Fehler gehören dazu

Als zukünftige Lehrperson möchte Naja Ritter vor allem eines vermitteln: eine positive Fehlerkultur. Sie sagt: "Es ist völlig okay, Fehler zu machen – man lernt daraus." Ebenso wichtig ist ihr die individuelle Förderung der Kinder: "Jedes Kind bringt andere Voraussetzungen und Stärken mit. Deshalb ist es wichtig, jedes Kind dort abzuholen, wo es gerade steht, und es gezielt zu fördern."

Im August beginnt für sie bereits das nächste grosse Abenteuer: Naja Ritter geht alleine nach Schweden, um dort bis Saisonende Unihockey zu spielen. Gleichzeitig schreibt sie an ihrer Bachelorarbeit und möchte Einblicke in den schwedischen Unterricht gewinnen.

Jungen Menschen, die Sport und Ausbildung verbinden möchten, gibt sie einen einfachen, aber ehrlichen Rat mit: "Es gibt immer wieder herausfordernde Phasen. Umso wichtiger ist es, Prioritäten zu setzen und am Ball zu bleiben."