Didaktischer Kommentar

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Zielsetzung des IdeenSets

Mit den Lernspielen des IdeenSets werden Rechtschreibregeln der 3.- 6. Klasse (Zyklus 2) des Lehrmittels „Die Sprachstarken“ (Lötscher et al., 2008) geübt und gefestigt. Die Regeln entsprechen den Kompetenzen von Zyklus 2 des Lehrplans 21. Für dieses IdeenSet wurde eine Auswahl von Regeln zur Rechtschreibung berücksichtigt. Gross-Kleinschreibung, Zeichensetzung wie auch die auf Morphemen und Silben basierende Rechtschreibung werden nicht einbezogen. Das IdeenSet enthält ausgewählte Spiele, die theoriebasierten Kriterien entsprechen und von Lehrpersonen im Unterricht eingesetzt werden können. Die Spiele sind aktuell im Handel erhältlich. Das IdeenSet kann weiter ausgebaut werden.

Heilpädagogische Relevanz

Jedes Kind entwickelt sich individuell und verfügt über ein eigenes umfangreiches Entwick- lungspotenzial (Herm, 2007, 178). Potenziale werden da am besten entfaltet, wo Menschen miteinander spielen (Hüther & Quarch, 2016, 17). Im Spiel können Grundbedürfnisse nach Zugehörigkeit und Verbundenheit erfüllt werden (Hüther & Quarch, 2016, 22-23). Zudem kann der Einbezug sozialer Interaktionen die Lernbereitschaft steigern (Arnold, 2009, 190; Spitzer, 2002, 181). Nach neurobiologischen Erkenntnissen gelingt nachhaltiges Lernen vor allem dann, wenn Lernen mit der Aktivierung emotionaler Zentren im Gehirn einhergeht, wenn Lernen also Freude macht (Hüther, 2016, 135; Hermann, 2009, 158; Spitzer, 2002, 165-167). Mit lustvollen Rechtschreibspielen können die Lernenden von diesen Aspekten profitieren. Gerade für Kinder, die nur wenig Lernerfolg erlebt haben, ist das spielerische Element im Unterricht besonders wichtig.

Spielorientiertes Lernen eignet sich für individualisierte Lernbedürfnisse im heterogenen Unterricht (Heimlich, 2015, 179). Unterschiedliche Spielangebote können Differenzierung, Individualisierung und Lernprozesse ermöglichen, welche auch Lernenden mit besonderen Bedürfnissen gerecht werden (Hielscher, 1981, 90-91). Differenzierung wird in diesem IdeenSet einerseits als Vereinfachung eines Spiels und andererseits als Wahlangebot verstanden, welches dem Lernstand des Kindes angepasst wird.

Lernende mit Lese-Rechtschreibstörungen haben vor allem beim Erwerb der Rechtschreibung Probleme (Mayer, 2016, 43). Sie profitieren von einem Unterricht, bei dem eine Regel an einem exemplarischen Wortschatz explizit bewusstgemacht, isoliert gelernt und eingeübt wird - mit vielen Wiederholungen und über einen längeren Zeitraum (Mayer, 2013, 34, 132). Dieser wichtige methodische Aspekt des wiederholten isolierten Übens ist die Grundidee des Ideensets.

Hinweise zum Einsatz der Spiele

Da sich die ausgewählten Spiele auf die orthografische Stufe beziehen, wird das lautgetreue Schreiben vorausgesetzt. Die zu übenden Rechtschreibregeln sollten bekannt sein, dürfen jedoch laut Lehrplan 21 während des Unterrichts stets vorliegen. Zur Unterstützung können die jeweiligen Regeln vor oder während des Spielens nochmals thematisiert werden. Die Spiele sollen der Klasse Spass machen und nach diesem Kriterium ausgewählt werden, denn nur so können die positiven Aspekte ihre Wirkung entfalten. Dabei ist jedoch zu unterscheiden, worum es bei «Spass machen» geht. Nicht jeder Spass wirkt sich produktiv auf das Lernen aus. Es geht weniger darum, die Kinder zu unterhalten, sondern vielmehr darum zu erkennen, dass das Meistern von Aufgaben Spass macht und man sich an seinen eigenen Leistungen freuen kann. Zu den Spielen liegt jeweils ein kurzer Kommentar mit weiteren Informationen vor.

Kriterien für die Auswahl der Spiele

Die primären Kriterien müssen für alle Spiele im IdeenSet zutreffen. Die sekundären Kriterien müssen bei der Auswahl nicht erfüllt sein. Die Spiele können jedoch so angepasst werden, dass sie auch sekundären Kriterien entsprechen. Ideen zur Anpassung werden in den jeweiligen Steckbriefen zu den Spielen vom Autorinnenteam gegeben.

Primäre Kriterien:

  • Die Regeln entsprechen denjenigen des Lehrmittels „Die Sprachstarken“.
  • Es wird in einem Spiel nur eine Regel trainiert (Mayer, 2013, 132).
  • Das Üben an vielen Beispielen ist gewährleistet (Spitzer, 2010, 26).

Sekundäre Kriterien:

  • Soziales Lernen ist möglich (Arnold, 2009, 190; Spitzer, 2002, 181).
  • Die Spiele sind motivationssteigernd (Abraham et al., 2003, 168).
  • Das Spiel kann für schwächere und stärkere Lernende angepasst werden (Abraham et al., 2003, 170; Heimlich, 2015, 179). Als Ergänzung liegen Differenzierungsmöglichkeiten in den Steckbriefen vor.
  • Selbst- oder Partnerkontrolle ist möglich (Abraham et al., 2003, 168-169).