Jetz singe mer eis
Band 1-4Diese traditionellen Schweizer Volkslieder wurden von Musiker:innen neu eingespielt und eingesungen. Unterstützung für die Arrangements bekamen Marco Kunz und Christoph Pfändler von den beiden jungen Volksmusikern Adrian Würsch (Schwyzerörgeli) und Pirmin Huber (Kontrabass). Die Stücke stammen aus verschiedenen Regionen und sind in den jeweiligen Landessprachen zu hören. Dazu werden für jedes Lied Musiknoten, Instrumentals und Sing-along-Playbacks bereitgestellt. Diese umfangreiche Sammlung ist in Singbüchern mit CDs erhältlich, aber auch online verfügbar. «Die Stars dieses Herzensprojekts sind die Lieder und alle, die sie nachsingen», erklärt Mundart-Musiker KUNZ. «Wir wollen die Schweiz inspirieren und beflügeln, damit diese Melodien den Weg zurück in die Klassenzimmer, in die Familien und in den Alltag finden.» Eingesungen haben die Volkslieder Musiker:innen aus den Herkunftsregionen der Songs, darunter Sina, Anna Kaenzig, Marius Tschirky, die Geschwister Monney, Sebalter und viele mehr. (Quelle: https://jetzsingemereis.ch)
Volksliederarchiv
Schweizer Volksmusiksammlung
Das Haus der Volksmusik Altdorf und das Roothuus Gonten, Zentrum für Appenzeller und Toggenburger Volksmusik, vereinen die bedeutendsten Volksmusiksammlungen der Schweiz.
Typisch Volksmusik?
Was ist typisch Volksmusik? In einem DOK-Projekt haben sich Volksmusiker; Jodlerinnen und Experten mit der Schweizer Tradition, mit Klischees und ihrer Passion befasst. Zehn davon treffen sich nun in einem überraschenden Setting zu einem intimen Kurzkonzert – zwischen Tradition und Moderne. (Quelle: SRF)
Volksmusik – Wem gehört sie?
Innovative Formationen, ein Masterstudiengang an der Hochschule Luzern sowie der erste feministische Jodelchor der Schweiz, «Echo vom Eierstock». «Kulturplatz» zeigt ein Genre jenseits vom «bluemete Trögli» und Moderatorin Eva Wannenmacher wagt sich in einer Jodellektion auf unbekanntes Terrain.
Vor dem Wochenende des Eidgenössischen Jodelfests in Zug schaut «Kulturplatz» auf traditionelles Brauchtum, das doch in stetiger Veränderung ist. Doch was ist eigentlich Volksmusik? «Musik, für die man kein Diplom braucht, um sie spielen zu können.» So brachte es Noldi Alder, Erneuerer der Schweizer Volksmusik, kürzlich in einem Interview auf den Punkt. Ob Jodeln, Alphorn- oder Schwyzerörgeli spielen – all diese Fertigkeiten werden traditionell im familiären Kreis weitergegeben. Von Generation zu Generation. Doch seit geraumer Zeit steigt die Nachfrage nach Volksmusik-Pädagoginnen und -Pädagogen. Die Hochschule Luzern bietet ein Volksmusik-Studium an. Seit einem halben Jahr ist dieses ein eigenständiges Profil. Einzigartig in der Schweiz. Ebenso das Hauptfach «Jodel». «Kulturplatz» hört hin und fragt, warum auch die Volksmusik akademisiert werden soll.
Es gibt so gewisse Institutionen, wie Felsblöcke in der Volksmusik: etwa das «Echo vom Vitznauerstock» oder jenes vom Bürgenstock – beides erfahrene Ländlermusikformationen – und nun gibt es eben noch das «Echo vom Eierstock». Dahinter verbirgt sich ein 50köpfiger Laienchor, gemäss Eigenbeschreibung der erste feministische Jodelchor der Schweiz. Gegründet im vergangenen Jahr im Nidwaldner Hauptort Stans. Alle jodeln mit grosser Leidenschaft, wollen aber die Texte von Klischees und Sexismus befreien und sie so ins Heute holen. So fragt in einem traditionellen Lied die Tochter die Mutter nicht mehr: «Ist Tanzen eine grosse Sünde?» Sondern: «Mutter, sag mir geschwind, braucht die Welt noch mehr Kinder?» Ein Eingriff in die Tradition des Jodelguts, das aber nicht alle goutieren.
Sowieso ist der Jodel ein Schweizer Mythos. Es singen ihn die Sennen und selten Frauen in Trachten hinunter ins Tal vor einem schönen Alpenpanorama. Dies das gängige Bild. Doch die Geschichte des Jodels in der Schweiz ist komplexer. So wurden die ersten Jodelclubs der Schweiz in Städten gegründet. Und der Jodel wurde im ganzen deutschsprachigen Alpenraum gepflegt, ist daher keine Schweizer Erfindung. Ein Blick in die Geschichte des Jodelns, die auch eine Geschichte ist vom Versuch, Schweizerisches zu bewahren und mit Erfolg in die Welt hinauszutragen. (Quelle: SRF)
Trend Naturjodel: Zwischen Tradition und Moderne
Der Jodel fasziniert über alle Generationen hinweg. Gerade junge Menschen wollen die altehrwürdigen Klänge und Melodien aber nicht nur bewahren, sondern auch erneuern und weiterentwickeln. Ein schwieriger Balanceakt zwischen Tradition und Moderne.
Kurzbeschrieb SRF: Im Dokumentarfilm «Beyond Tradition», der beiden Regisseurinnen Lea Hagmann, von der Universität Bern und Rahel von Gunten, reist der Naturjodler Meinrad Koch nach Georgien und Norwegen, um andere Musikerinnen und Musiker zu treffen, die ebenfalls den Balanceakt wagen und musikalische Traditionen mit neuen Innovationen kombinieren. Der Appenzeller Musiker erzählt, warum das Brauchtum aus seiner Sicht nur überleben kann, wenn es mit dem Heute verbunden wird. Dass dies nicht allen gefällt und auf Kritik stösst, bestärkt ihn in seiner Haltung.
Im Gespräch mit Nino Gadient sagt Meinrad Koch, dass der Jodel die Veränderung seit jeher in seiner DNA trägt. Für den Appenzeller Musiker bedeutet erneuern auch bewahren. Das tut er heute zusammen mit seiner Bühnenpartnerin Melanie Dörig. Eben erst haben die beiden den Förderpreis für Kulturschaffende der Internationalen Bodensee-Konferenz für ihre Performance «Wiibli ond Mandli» erhalten.
Wie herausfordernd dieser Spagat zwischen Tradition und Modern sein kann, zeigt sich aktuell auch im Klanghaus Toggenburg. Im Frühling 2025 soll es eröffnet werden. Der künstlerische Leiter will das Haus international ausrichten. Traditionelle Jodlerinnen und Jodler wollen, dass die hiesige Musik genügend Raum bekommt, eine Gratwanderung zwischen zeitgenössischer Worldmusic und Naturjodel. (Quelle: SRF)