Typologie für die Einschätzung der verschiedenen Kantone
Das Ziel der Typologisierung ist es, dominante Steuerungsmodelle der Kantone zu identifizieren und so die Kantone miteinander vergleichen zu können. Ausgangspunkt der Analyse ist dabei die relative Gewichtung der Aufgabenzuteilung zu den zentralen Akteur*innen innerhalb eines Kantons. Dabei stehen die folgenden Fragen im Vordergrund:
Inwiefern sind die kantonale Behörde, die Gemeindebehörde und die Schulleitung in die allgemeine Steuerung und in die Steuerung des Personalmanagements involviert? Und inwiefern wirken diese drei Akteur*innen zusammen?
Auf dieser Grundlage konnten typische Muster herausgearbeitet und daraus eine Typologie gebildet werden. Die eingeschätzten Indikatoren für die beiden Steuerungsbereiche wurden aus der Theorie abgeleitet und sind in der Einleitung des Berichts ausführlich dargestellt.
Für beide Steuerungsformen liessen sich sieben verschiedene Typen identifizieren. Die Typen 1-6 sind als exklusive Typen (Typen mit eindeutiger Zuordnung) zu verstehen, das heisst, die Zugehörigkeit zu einem Typ schliesst die Zugehörigkeit zu einem anderen Typ aus. Typ 7 im Personalmanagement stellt einen Spezialfall dar: Es handelt sich um einen zusätzlichen, überlappenden Typ.
| Typologie | Gilt für die allgemeine Steuerung und die Steuerung des Personalmanagements |
Typ 1: Kantonale Steuerung |
|
Typ 2: Gemeindezentrierte Steuerung |
|
Typ 3: Schulleitungs- zentrierte Steuerung |
|
Typ 4: Gemeinsame Steuerung |
|
Typ 5: Gemischter Typ Kanton & Gemeinde |
|
Typ 6: Nicht klar definierte Steuerung |
|
Typ 7: Kombination Schulleitung & Kanton (Spezialfall) |
|
Interpretation
Die Visualisierungen zeigen, dass sich die beiden Steuerungsbereiche (allgemeine Steuerung und Personalmanagement) deutlich voneinander unterscheiden.
- Bei der allgemeinen Steuerung ist der Typ 3 «Schulleitungszentrierte Steuerung» nicht vertreten, beim Personalmanagement ist dies der am häufigsten identifizierte Typ.
- Beim Personalmanagement beschreibt der Typ 7 einen Spezialfall, wobei eine gemeinsame Steuerung von Schulleitung und Kanton praktiziert wird. Dieser Typ kommt in der allgemeinen Steuerung nicht vor.
- Typ 6 zeigt: Regulierung durch den Kanton wird teilwiese umgangen/ausgelagert ist nicht vollständig, Verantwortung kann auch implizit (z.B. auf der Ebene der Gemeinde) geregelt werden
- Gemeinde ist im Personalmanagement wichtig, aber weniger dominant als in allgemeiner Steuerung, Verschiebung Richtung Kanton oder SL
- Die Steuerung im Personalmanagement ist näher an der Schule, das heisst die Schulleitung hat in diesem Steuerungsbereich mehr Einfluss als in der allgemeinen Steuerung, dies könnt ein Hinweis auf Professionalisierung des Berufs der Schulleitung sein
- Es besteht eine Varianz zwischen Kantonen aber es zeigen sich auch regionale Ähnlichkeiten (Hinweis auf Policy Borrowing, Policy Travelling)
- Hybride der Governance Modelle sind möglich und insbesondere in der allgemeinen Steuerung häufiger, hier ist die Governance oft mehrstufig und vernetzt