Zwei neue SNF-Projekte im Schwerpunktprogramm Inklusive Bildung bewilligt

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05.10.2026

 

Hand hält ein Megafon, aus dem eine gezeichnete Wolke und eine leuchtende Glühbirne hervorgehen.

Gleich zwei Forschungsprojekte aus dem Schwerpunktprogramm Inklusive Bildung der PHBern haben eine Förderung durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) erhalten. Die Projekte beschäftigen sich mit zentralen Fragen der inklusiven Bildung: dem schulischen Wohlbefinden aus der Perspektive von Kindern sowie den Prozessen, die über Zugehörigkeit und Bildungslaufbahnen entscheiden. Beide Projekte starten im Frühjahr 2027. 

«Negotiating Belonging»: Aushandlungsprozesse von Zugehörigkeit in Schulen 

Warum besuchen bestimmte Gruppen von Kindern und Jugendlichen überdurchschnittlich häufig Sonderklassen und Sonderschulen? Eine wichtige Rolle spielen dabei schulische Abklärungs- und Zuteilungsverfahren, die darüber mitentscheiden, welche Bildungswege Kindern offenstehen. 

Damit beschäftigt sich das neue Forschungsprojekt «Negotiating Belonging». Caroline Bühler (Projektleitung), Sherin Attoun und Julia Suter untersuchen, nach welchen Logiken schulische Zuteilungsentscheidungen getroffen werden und wie sich diese historisch entwickelt haben. Aus einer intersektionalen Perspektive erforschen sie, wie verschiedene soziale Zuschreibungen, beispielsweise im Zusammenhang mit familiären Migrationsgeschichten, sprachlichen Kompetenzen oder Geschlecht, bei Entscheidungen über Bildungslaufbahnen zusammenwirken. 

Das Projekt umfasst zwei qualitative Teilstudien: Eine historische Teilstudie rekonstruiert, nach welchen Kriterien Schulen früher über Separation entschieden haben. Eine ethnografische Teilstudie begleitet aktuelle Abklärungs- und Zuteilungsprozesse vom Kindergarten bis zur 6. Klasse. 

Die Verbindung dieser Perspektiven beginnt im Februar 2027 mit dem Startschuss für das spannende Forschungsprojekt.

«From Voice to Norm»: Schulisches Wohlbefinden aus Kinderperspektive – ein Co-Investigator SNF-Projekt 

Obwohl das Wohlbefinden von Kindern als zentrale Voraussetzung für gelingende Bildungsprozesse gilt, basieren bestehende Konzepte und Modelle überwiegend auf den Perspektiven von Erwachsenen. Die Sichtweisen von Kindern selbst sind bislang nur begrenzt in die theoretische und normative Auseinandersetzung mit schulischem Wohlbefinden eingeflossen. 

Das internationale Forschungsprojekt «From Voice to Norm» setzt hier an. Unter der Co-Leitung von Claire Cassidy (University of Strathclyde, Glasgow, Schottland) und Sarah-Jane Conrad (PHBern) untersucht das Forschungsteam gemeinsam mit Jessica Bollag (PHBern), Stephanie Hardley (University of Strathclyde) und anderen Personen in Schottland und der Schweiz, wie Kinder schulisches Wohlbefinden verstehen und welche Bedingungen sie selbst als förderlich oder hinderlich erleben. Im Zentrum stehen partizipative Forschungsansätze, bei denen Kinder nicht nur befragt werden, sondern als Mitforschende an der Entwicklung einer Theorie des schulischen Wohlbefindens beteiligt sind. 

Der Vergleich der Ergebnisse aus zwei Bildungssystemen ermöglicht es, Kontexte mit einem sehr unterschiedlichen Stellenwert von Wohlbefinden gegenüberzustellen. Während Wohlbefinden in Schottland fest in den professionellen Standards für Lehrpersonen sowie in Lehrplänen und der Schulentwicklung verankert ist, ist dies in der Schweiz bislang nicht in vergleichbarer Weise der Fall ist. Für die Schulpraxis und die Lehrer:innenbildung liefert das Projekt Grundlagen für eine stärkere Orientierung von Unterricht, Schulentwicklung und Partizipationsprozessen an den Perspektiven und Interessen von Kindern. 

Das Projektteam blickt dem Start der internationalen Forschungszusammenarbeit im April 2027 mit Freude entgegen.

Mit den beiden SNF-Projekten werden unterschiedliche, aber eng mit inklusiver Bildung verbundene Fragestellungen aufgegriffen. Beide Projekte leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Forschung im Schwerpunktprogramm Inklusive Bildung der PHBern. Das Schwerpunktprogramm freut sich über die beiden Förderzusagen und blickt gespannt auf die Erkenntnisse und Impulse, die aus den Forschungsarbeiten hervorgehen werden. 

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