Filippo

Hobby meets Schulalltag – unser Box-Angebot an der Sek I

Jeden Mittwochmittag direkt nach Schulschluss wurde unsere Turnhalle zum kleinen Boxgym. Im Rahmen des AdS (Angebot der Schule) leiteten mein Arbeits- und Studienkollege und ich wöchentlich eine 45-minütige Box-Lektion. Insgesamt nahmen zwölf Jugendliche teil, das heisst: zehn Schülerinnen und zwei Schüler. Trotz des vollen Schultags standen sie regelmässig motiviert in der Halle, bereit sich zu bewegen, auszupowern und Neues zu lernen.

Was ist eigentlich ein AdS?

Ein AdS ist ein freiwilliges Zusatzangebot der Schule, das ausserhalb des regulären Unterrichts stattfindet. Lehrpersonen können jeweils zu Beginn des Schuljahres bei der Pensenplanung angeben, ob sie ein solches Angebot durchführen möchten und in welchem Bereich dieses stattfinden soll. Die Schulleitung prüft anschliessend die Durchführbarkeit. Wenn sich genügend Schülerinnen und Schüler anmelden, kann das Angebot durchgeführt werden – anderenfalls leider nicht. Für uns war das eine ideale Möglichkeit, unser eigenes Hobby in den Schulalltag zu integrieren und unsere Begeisterung weiterzugeben. 

Training mit System

Organisatorisch führten wir die Trainings jeweils zu zweit durch. Wir teilten die Gruppe in zwei kleinere Gruppen auf, um intensiver und individueller arbeiten zu können. Nach der Hälfte der Lektion wechselten wir die Gruppen. Die Planung der Lektionen orientierte sich stark an unseren eigenen Trainingserfahrungen, angepasst an das Niveau und die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler.

Wir beide betreiben Kampfsport auch privat seit längerer Zeit und sind vom Boxen richtig begeistert. Genau diese Begeisterung wollten wir weitergeben. Uns war bewusst, dass 45 Minuten pro Woche nicht ausreichen, um ein technisch komplett aufgebautes Training zu gestalten. Darum setzten wir klare Schwerpunkte:

  • saubere Grundschlagtechnik
  • Koordination
  • Bewegung und intensives Auspowern

Handschuhe an, Puls hoch, Konzentration hoch. Jab, Cross, einfache Kombinationen, Partnerübungen und Pratzenarbeit brachten schnell Tempo und Energie in die Halle.

Theorie trifft Praxis

Didaktisch griffen wir auf Inhalte aus dem Studium zurück, insbesondere auf Aspekte der Motivation, Aktivierung und Rhythmisierung von Unterricht. Gerade weil die Lektionen über den Mittag stattfanden, war es entscheidend, die Jugendlichen schnell zu aktivieren, abwechslungsreiche Sequenzen einzubauen und Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Kurze Inputs, viel Bewegungszeit und klare Strukturen halfen dabei, die Motivation trotz eines langen Morgens hochzuhalten. 

Image
Gruppenfoto aus der Turnhalle

Jeden Mittwoch wenig Zeit, viel Energie, viel Schweiss und viel Motivation. Zwei begeisterte Boxer, zwölf engagierte Jugendliche und 45 Minuten, die Spuren hinterlassen haben. 🥊

Mehr als nur Sport

Die Schülerinnen und Schüler kamen oft müde vom Unterricht und gingen nach der Lektion verschwitzt, ausgepowert und stolz wieder nach Hause. Genau das wollten wir erreichen. Bewegung, Selbstvertrauen, mentale Stärke und ein Ort, an dem sie Energie rauslassen konnten. Mit der Zeit sahen wir deutliche Fortschritte in Technik, Koordination und Durchhaltewillen. Noch wichtiger war aber, dass Boxen für viele zu einem echten Ausgleich im Alltag wurde.

Ein besonderes Ziel von uns war, die Jugendlichen für Boxen auch ausserhalb der Schule zu begeistern und sie dazu bringen, die Sportart in ihrer Freizeit auszuüben. Dieses Ziel haben wir erreicht. Einige Schülerinnen haben sich für ein Probetraining in einem Boxclub interessiert und wollen diesem Hobby weiterhin nachgehen. Für uns war das ein starkes Zeichen, dass unsere Lektionen Wirkung gezeigt haben.

Das Angebot wurde in diesem Jahr einmal durchgeführt. Im kommenden Jahr müssen wir es leider aussetzen, planen aber, es danach wieder aufzunehmen. Der Zweck des Angebots an unserer Schule liegt klar darin, den Schülerinnen und Schülern zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten zu bieten, ihre Interessen zu fördern und einen Ausgleich zum Schulalltag zu schaffen. 

Mein Alltag als Lehrer und Student #DayInTheLife

Im Februar 2025

Hallo zusammen

Wie klappt es eigentlich, gleichzeitig an einer Schule zu unterrichten und noch Vorlesungen an der PHBern zu besuchen? Heute nehme ich euch mit durch meinen abwechslungsreichen Tag – vom Unterricht in Natur und Technik über eine Sportlektion bis hin zur Physikvorlesung: Ihr bekommt einen Einblick, wie ich alles unter einen Hut bringe.

Viel Spass beim Anschauen!

Filippo

Stellvertretend unterwegs

Im März 2024

Hallo zusammen

Während des vierten Semesters konnte ich an zwei Schulen – mehr oder weniger in der Umgebung von Bern – Stellvertretungen leisten. In diesem Beitrag geht es vor allem darum: Was sind eigentlich Stellvertretungen? Wie bin ich zu diesen gekommen?

Was sind Stellvertretungen?

Bei Stellvertretungen übernimmst du den Posten der angestellten Lehrperson an der betroffenen Schule. Meist sind die Unterrichtsmaterialien schon vorbereitet, sodass du dich "nur" noch in die Materialien einlesen und dein Wissen im Voraus auffrischen musst. Dann heisst es eigentlich schon "ab in den Unterricht". Nach meinen Erfahrungen ist das Programm, besser gesagt, der Unterrichtsstoff, relativ simpel, da die zu stellvertretenden Lehrpersonen in der Regel nicht verlangen, dass z. B. ein neues Thema eingeführt wird. Es ist also mehrheitlich eher eine unterstützende Funktion gefragt als eine zu lehrende Funktion – dies kann natürlich auch von Lehrperson zu Lehrperson variieren. Während der Lektion versuchst du die SuS bestmöglich zu unterstützen und erteilst im Anschluss an die Lektion eine kurze Rückmeldung an die zu stellvertretende Lehrperson über Stand der Dinge ist und wie weit du in der Lektion gekommen bist.

  • Für mich persönlich war und ist eine grosse Herausforderung, dass ich nicht zu stark vom Unterricht abgelenkt werde. Die SuS haben bei Stellvertretungen oft viele persönliche Fragen: Warum sind Sie hier? Wie alt sind Sie? Was sind Ihre Hobbys? Können Sie hierbleiben? Und so weiter …  Natürlich sind dies schöne Fragen und ich möchte sie gerne alle immer beantworten. Trotzdem muss und versuche ich, mich auf den geplanten Unterricht zu fokussieren und probiere – manchmal erfolgreicher, manchmal weniger erfolgreich – die Gespräche in die Pause zu verlagern. (Ich war selbst immer sehr neugierig, wenn ich eine stellvertretende Lehrperson in der Klasse hatte, deshalb kann ich dies gut nachvollziehen.)
Image
Filippo steht als Stellvertretung vor einer Schulklasse

Wie bin ich zu den Stellvertretungen gekommen?

Spiez: Vielleicht hast du bereits meinen Beitrag zum Thema "Fachunterricht im Praktikumsteam" (FiP) zuvor gelesen und hast gesehen, dass ich mein Praktikum an der Schule Längenstein absolviert habe. Falls nicht, hier ist der Link dazu 😉: Lehren und Lernen in Spiez: Erkenntnisse aus fünf Wochen Praktikum

Im Anschluss an das Praktikum erhielt ich vom Schulleiter ein Angebot für eine Anstellung von fünf Lektionen pro Woche. Leider musste ich dieses tolle Angebot aus finanziellen Gründen ablehnen. Dennoch stehen wir seitdem in Kontakt und ich werde regelmässig von der Schule, respektive vom Schulleiter und/oder meiner Studienkollegin und ehemaligen Praktika-Kollegin Leonie Thomi, für Stellvertretungen angefragt. Diese nehme ich gerne an, sofern ich Zeit habe und keine Vorlesungen an der PH verpasse.

Während der Prüfungsphase im Januar erhielt zudem ich ein Mail von von einer Lehrperson vom Schulhaus Lützelflüh. Ihre Anfrage stütze sich auf die Vermittlung meines Sportdozenten – merci dafür😉! Bedauerlicherweise hat sich die Lehrperson eine Verletzung zugezogen, weshalb ich über einen längeren Zeitraum ihre Sportlektionen übernehmen durfte. Seitdem stehe ich auf der Telefonliste für Stellvertretungen und übernehme fast wöchentlich Vertretungsstunden für die verletzte Lehrerin und/oder andere Lehrpersonen aus dem Schulhaus Lützelflüh. 

Merke dir: Versuche, nach deinen Praktika oder Stellvertretungen in Kontakt mit den Lehrpersonen und den Schulleitenden zu bleiben, damit sie dich jeweils kontaktieren können. So kannst du manchmal von Schulhaus zu Schulhaus und von Klasse zu Klasse hüpfen und tolle Erfahrungen als zukünftige Lehrperson sammeln (und natürlich auch etwas Geld dazuverdienen 😉).

In diesem Sinne danke ich den Schulen Spiez und Lützelflüh für die coole Zusammenarbeit und freue mich darauf, weitere Stellvertretungen anzutreten.

Bis bald!