Blog: mehr Chancengleichheit im Unterricht

Lehrpersonen stehen vor der zentralen Aufgabe, allen Kindern (trotz unterschiedlichster Voraussetzungen) die bestmögliche Bildung anzubieten. Was heisst das konkret für den Unterricht?
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Die pädagogische Arbeit mit Lernenden, die unterschiedliche Lernvoraussetzungen und Bedürfnisse mitbringen, ist anspruchsvoll. Einerseits sollen die Lehrpersonen Kompetenzen und Werte vermitteln, andererseits die Leistungsfähigkeit der Lernenden beurteilen. Lehrpersonen stehen in einem Spannungsfeld zwischen Fördern und Selektionieren.

Die Blog-Autorinnen führen drei wesentliche Ebenen auf, bei denen Lehrpersonen Handlungsspielräume haben, um in ihrem Beruf Chancengerechtigkeit zu erreichen:

  • Haltung: Studien zeigen, dass Lehrpersonen gegenüber Lernenden aus weniger privilegierten Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund oft geringere Erwartungen haben. Diese Erwartungen beeinflussen die Leistungen. Durch Selbstreflexion und Perspektivenwechsel können Bias reduziert und chancengerechtes Handeln gestärkt werden.
  • Didaktik: Lehrpersonen haben grossen Handlungsspielraum im Unterricht und in der Beurteilung. Differenzierende Beurteilungsformen erfassen Leistungen breiter, machen Ressourcen sichtbar und ermöglichen eine gezielte Förderung.
  • Schulstrukturen: Der Lehrplan fordert dialogische Beurteilungen im Team, um Wahrnehmungsverzerrungen zu reduzieren. Fördermassnahmen wie Nachteilsausgleich oder riLz (reduzierte individuelle Lernziele) können jedoch neue Benachteiligungen erzeugen. Schulen sind deshalb gefordert, diese Massnahmen reflektiert einzusetzen und die Zusammenarbeit zu stärken.