Kinder denken laut, stellen unerwartete Fragen und betrachten die Welt mit einer Offenheit, die ansteckend wirkt. Genau darin liegt für Sven Niklaus die besondere Kraft des Lehrberufs. "Kinder überraschen jeden Tag aufs Neue mit ihrer Fantasie und ihrer eigenen Denkweise."
Kein Morgen beginnt gleich, keine Lektion verläuft exakt nach Plan. Und jedes Kind bringt eigene Stärken, Interessen und Bedürfnisse mit. Gerade diese Vielfalt macht den Beruf für ihn so faszinierend und zu einem Herzensberuf.
Schon früh kam Sven Niklaus mit Schule und Unterricht in Berührung. Seine Mutter ist Lehrerin, und auch beim Leiten von Kinderprogrammen sammelte er erste Erfahrungen.
Ein persönlicher Brief seines Klassenlehrers bestärkte ihn später darin, einen sozialen Beruf zu wählen. Heute studiert er an der PHBern für die Primarstufe und folgt damit genau diesem Rat. "Manchmal erkennt eine Lehrperson in einem eine Stärke, bevor man sie selbst sieht."
Ursprünglich wollte Sven Niklaus nämlich einen "coolen" Beruf wie Feuerwehrmann, Polizist oder Pilot lernen. Es kam aber anders: Nach Reisen und dem Militärdienst führten ihn erste Stellvertretungen noch vor dem Studium selbst ins Klassenzimmer.
Hoher Wert der Ausbildung
"Mit den theoretischen Aspekten der Ausbildung konnte ich zu Beginn nur wenig anfangen", verrät der Student. "Doch mit zunehmender Erfahrung im Klassenzimmer wurde mir der Nutzen der theoretischen Hintergründe und allgemein einer gründlichen Ausbildung erst recht klar."
Heute ist für ihn selbstverständlich: Die Theorie hilft ihm, Situationen im Schulalltag besser zu verstehen, Unterricht gezielt zu planen und Kinder individuell zu fördern.
Der engagierte Student schätzt ebenso die Flexibilität des Studiengangs: "So konnte ich im vergangenen Schuljahr bereits ein kleines Pensum an einer Primarschule übernehmen." Praxis und Theorie gehen dadurch Hand in Hand.
Das war nicht immer nur einfach. Die Kombination von Studium und Unterricht brachte intensive Wochen mit sich, die nur dadurch gelang, weil er das Studium individuell planen konnte.
Freude, Selbstbewusstsein, Vertrauen
Sven Niklaus möchte ein Lehrer werden, der Kinder ernst nimmt, sie ermutigt und ihnen etwas zutraut. Eine Lehrperson, die nicht nur vorne im Klassenzimmer steht, sondern Entwicklungen begleitet. "Ich möchte, dass die Kinder in meinem Unterricht insbesondere folgende Punkte erleben können: Freude am Lernen sowie ein gesundes Selbstbewusstsein, das nicht nur von der schulischen Beurteilung bestimmt wird."
Guter Unterricht bedeutet für ihn mehr als das Erreichen von Lernzielen. Kinder sollen ihre Stärken entdecken, neugierig bleiben und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln.
Vielfalt im Beruf – Vielfalt im Studium
So vielfältig wie der Lehrberuf ist auch das Studium an der PHBern. Die Inhalte reichen von Mathematik und Musik bis zu pädagogischen, didaktischen und praktischen Modulen. Diese Breite ermöglicht es den Studierenden, eigene Interessen einzubringen und gleichzeitig vielseitige Kompetenzen für den späteren Berufsalltag aufzubauen.
Ein persönliches Highlight für Sven? Die "Ateliers Begleitinstrument". Nachdem er sich das Klavierspielen vor Jahren selbst beigebracht hat, erhält er nun erstmals professionellen Unterricht. Aus einzelnen Tönen werden Melodien – und aus Interesse entstehen neue Fähigkeiten für den späteren Unterricht.
Auch auf dem Campus fühlt er sich "pudelwohl". Musikkojen, Lernräume und der Austausch mit anderen Studierenden schaffen Platz zum Üben, Nachdenken und gemeinsames Lernen. Als Tutor engagiert sich Sven Niklaus zudem für andere Studierende und trägt selbst zu diesem lebendigen Studienumfeld bei.
Die PHBern ist für Sven Niklaus ein Ort, an dem fachliches Wissen, praktische Erfahrung und persönliche Entwicklung zusammenfinden – auf dem Weg zu seinem Herzensberuf.