Für einmal ist PHBern-Rektor Martin Schäfer in die Rolle des Reiseleiters geschlüpft. Der Grund: das Thema der jüngsten PHBern Perspektiven, der Jahresveranstaltung mit rund 180 Gästen aus dem Berufsfeld Schule. Schäfer erläuterte ihnen die neue Strategische Ausrichtung der Hochschule für 2026 bis 2033. "Diese Strategieentwicklung – erstmals zusammen mit den Mitarbeitenden und Studierenden – war die Reiseplanung. Jetzt machen wir den ersten Schritt auf unserer Reise."
Ungewohnt, weil ungewöhnlich: Das Reiseziel steht in den Sternen. Denn in einer Welt, in der das, was heute als sicher gilt, vielleicht schon morgen bedeutungslos ist, sind fixe Pläne und Ziele kaum mehr möglich. Umso wichtiger wird daher auf dem Weg in die Zukunft das Wie: Wie rüsten sich die Schulen und die PHBern für Herausforderungen wie Nachhaltigkeit, Digitalität, Diversität und den Mangel an Lehrpersonen?
Darauf gibt es nicht nur eine und die einzig richtige Antwort. Was es jedoch gebe, so Martin Schäfer zum Publikum, sei die weiterentwickelte Vision der PHBern, "allen Kindern und Jugendlichen auch in einer sich stetig verändernden Welt eine zukunftsorientierte Bildung zu ermöglichen". Als starke Partnerin "stehen wir Schulen, Behörden und Verbänden zur Seite und gestalten mit ihnen gemeinsam eine zukunftsfähige Schule – innovativ, vernetzt und agil".
Offen – lernorientiert – gemeinschaftlich
Als Wegweiser dienen dabei die drei Leitprinzipien der neuen Strategischen Ausrichtung – Offenheit, Lernorientierung und Gemeinschaftlichkeit. Für die Diskussionsrunde am Perspektiven-Anlass hatte vor allem ein Wegweiser Leuchtturmfunktion. "Gemeinschaftlichkeit ist für mich das zentrale Leitprinzip, weil wir die komplexen Herausforderungen der Volksschule nur gemeinsam bewältigen können", sagte Simon Graf, Vorsteher des Amts für Kindergarten, Volksschule und Beratung (AKVB) bei der bernischen Bildungs- und Kulturdirektion. Denn Wirkung entstehe dort, wo Verantwortung geteilt und Zusammenarbeit aktiv gelebt wird.
Anna-Katharina Zenger leitet bei Bildung Bern die Gewerkschaft und pflichtete bei. Sie erwartet von der PHBern, "dass Gemeinschaftlichkeit auch im Studium gelebt wird, durch gemeinsame Gefässe für Austausch und Lernen". Deshalb sei es wichtig, dass die Studierenden nebst Fachwissen ein hohes Mass an Kommunikations- und Reflexionskompetenz sowie ein fundiertes Know-how zu gruppendynamischen Prozessen erwerben, ergänzte Niels Lang, Co-Präsident des Berufsverbands Schulleitungen (VSL) Bern und Co-Schulleiter der Schule Wangental Köniz. "Die Zeit der Einzelkämpferinnen und -kämpfer ist vorbei. Die Zukunft der Schule liegt in der Vernetzung."
Das Modul "Lernen verstehen, gestalten und begleiten" am Institut Primarstufe ist ein Beispiel, wie die PHBern bereits mit der Vision bzw. den Leitprinzipien arbeitet und die Anliegen der Podiumsgäste aufgreift. Es geht um zentrale Fragestellungen zum Lehren und Lernen und zur Wirksamkeit des Schulunterrichts. Um die neue Strategische Ausrichtung im Alltag der Hochschule zu verankern, können die Mitarbeitenden zudem Ideen eingeben. Erste liegen schon auf dem Tisch: für ein multiprofessionelles Studienangebot, für eine stärkere Lernprozessbegleitung und für eine neue, ganzheitliche Schulberatung.
Rektor Martin Schäfer betonte, dass es für die Umsetzung "auch die Politik braucht, welche die Transformation in der Bildung eng begleitet und sich als Ermöglicherin versteht". Dass er im Berner Rathaus auf Unterstützung zählen darf, erwies sich bei der Grussbotschaft von Grossratspräsidentin Edith Siegenthaler. Sie bezeichnet das Engagement der Pädagogischen Hochschule für die Bildung, Kinder, Jugendlichen und Zukunft des Kantons als unverzichtbar. "Ihre Ausbildung trägt die Lehrpersonen in ihrer täglichen Arbeit und gibt ihnen die nötigen Instrumente für einen qualitativ hochstehenden Unterricht an die Hand."
Bildungs- und Kulturdirektorin Christine Häsler wird die gemeinsame Reise mit der Pädagogischen Hochschule aufgrund ihres Rücktritts demnächst beenden und blickt mit Dankbarkeit auf die Zusammenarbeit zurück: "Ich bin beeindruckt von der Art und Weise, wie die PHBern anpackt und den Schulen ganz konkret hilft, ihre Herausforderungen zu bewältigen." Ein Zitat der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren rundete ihre guten Wünsche für den künftigen Weg ab: "Wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt in grossem Mass von der Einbildungskraft jener ab, die gerade jetzt lesen lernen."
PHBern Perspektiven 2027: Save the date!
Die nächsten PHBern Perspektiven finden am Mittwoch, 17. Februar 2027, statt.