Studierende gut begleiten: im Studium wie im Job

Die gute Begleitung von unterrichtenden Studierenden ist eine Voraussetzung, damit die Kombination von Studium und Job überhaupt klappt. Das Beispiel der PHBern-Partnerschule Rapperswil zeigt, wie das Zusammenspiel zwischen Studierenden, Hochschule und Schule gelingen kann.
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Education 02-26: OSZ Rapperswil Schulleiterin und PLP

Von links: Eveline Schütz, Cornelia Münger und Regina Estermann vom Oberstufenzentrum Rapperswil

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Am Oberstufenzentrum (OSZ) Rapperswil, einer Partnerschule des Instituts Sekundarstufe I im Berner Seeland, arbeiten derzeit sieben Studierende als Lehrpersonen in einer Teilzeitanstellung. Letztes Semester absolvierten vier von ihnen ihr Semesterpraktikum (SEP) berufsbegleitend an der Schule. Dieses Semester sind es zwei. Co-Schulleiterin Regina Estermann weiss, wie viel das Kollegium hier leistet: "Das Team muss auf starken Beinen stehen, denn es leistet viel, um eine Gruppe Studierender zu tragen." Sie sieht ihre Rolle so: "Ich muss gewährleisten, dass die Studierenden nebst dem Unterricht ihr Studium machen können. Das planen wir im Stundenplan ein. Und ich unterstütze, dass die Schlüsselpersonen mit an Bord sind. Es braucht Kompromisse auf allen Seiten." Voraussetzung sei, dass die Studierenden motiviert und engagiert sind und von den Mentoratspersonen und Praxislehrpersonen gut begleitet werden.

Das Team muss auf starken Beinen stehen, denn es leistet viel, um eine Gruppe Studierender zu tragen.
Regina Estermann  -  Co-Schulleiterin Oberstufenzentrum Rapperswil (BE)

Begleitung als Schlüsselfaktor

Das Institut Sekundarstufe I ermöglicht, das SEP in der eigenen Klasse berufsbegleitend zu absolvieren, was attraktiv für die Studierenden ist. Damit sie das SEP wie auch die anderen Praktika gut handhaben können, ist PHBern-Dozent Benjamin Abplanalp regelmässig in Kontakt mit ihnen. Die persönliche Betreuung der Studierenden steht im Zentrum. "Die Studierenden sammeln nicht nur Erfahrungen in der Schule, sondern bauen auch ihre fachlichen Kompetenzen auf. Gleichzeitig werden sie mit Erwartungen des Systems Schule konfrontiert." Hier tritt er in seiner Rolle als Begleitperson in Aktion. Er übernimmt Koordinationsaufgaben zwischen allen Beteiligten. Ausser dass er Erstgespräche mit Studierenden und der Schule führt, besucht er auch den Unterricht und ist bei den Projektpräsentationen am Ende des SEP dabei. Ebenso ist er für aussergewöhnliche Anliegen seitens der Studierenden immer erreichbar.

Zwischen Mentorat und Kollegialität

Zusätzlich zur Begleitung durch die PHBern werden die Studierenden im berufsbegleitenden SEP an ihrer Praktikumsschule von erfahrenen Mentoratspersonen unterstützt. Am OSZ Rapperswil nehmen unter anderem Eveline Schütz und Cornelia Münger diese Rolle ein. Sie sind erste Ansprechpersonen, Coaches und Sparringspartnerinnen zugleich. "Als Mentorin bin ich Coach – unterstützend und auf Augenhöhe", so Cornelia Münger. Sie stellt eher Fragen, als dass sie Tipps erteilt. Die Mentorinnen haben zwei Hüte auf. Eveline Schütz beschreibt es so: "Man ist Kollegin und gleichzeitig Mentorin. Das kann manchmal ein Spagat sein." Gerade weil Studierende weniger Erfahrung haben, brauche es klare Rückmeldungen, die aber sensibel formuliert sein müssen. Prisca Bandelt, Studentin im konsekutiven Master und Lehrerin in Rapperswil, schätzt enge Begleitung auf beiden Seiten. "Ich kann jederzeit Fragen stellen und konkrete Situationen aus dem Unterricht besprechen. Besonders wertvoll ist für mich auch, dass ich vieles aus der PH direkt im Unterricht anwenden und Erfahrungen aus der Schule wiederum ins Studium einbringen kann."

Gemeinsam gegen den Lehrpersonenmangel

Die unterrichtenden Studierenden sind eine wichtige Stütze in Zeiten des Lehrpersonenmangels. Rund 70 Prozent von ihnen arbeiten Teilzeit an einer Schule. Prisca Bandelt hat ein Rezept gefunden, um mit der Doppelbelastung umzugehen: "Für mich ist es wichtig, Prioritäten zu setzen und den Fokus immer darauf zu legen, dass es für die Schüler*innen stimmt. Gleichzeitig helfen mir eine gute Planung, der Austausch im Team sowie bewusst eingelegte Pausen." Die Partnerschule, in diesem Fall das OSZ Rapperswil, investiert Zeit und Energie in die Begleitung. Und die PHBern stellt sicher, dass die Ausbildungsqualität gewährleistet ist. Die Balance gelingt, wenn alle eine gemeinsame Haltung teilen: Studierende sollen wachsen können, ohne überfordert zu werden.