Zu Gast bei der DACH-Nachwuchsakademie 2026 in Leipzig

Nachwuchs_Akademie

Im Rahmen der DACH-Nachwuchsakademie 2026 kamen Wissenschaftler:innen früher Karrierephasen aus dem deutschsprachigen Raum in Leipzig zusammen, um ihre Forschungsprojekte vorzustellen, kritisch zu diskutieren und sich über Perspektiven in der Wissenschaft auszutauschen. Mit Josua Dubach, Fabienne Flessa und Erdinë Krasniqi war auch das Schwerpunktprogramm Fachdidaktische Forschung in drei ganz unterschiedlichen Karrierephasen vertreten.

Drei Karrierephasen unter einem DACH

Josua Dubach, der sich am Ende seiner Promotionszeit befindet, stellte zentrale Ergebnisse seiner Dissertation im SNF-Projekt «Using virtual reality to learn about inaccessible micro- and macrocosmic structures in primary school» vor. In seiner Forschung untersucht er, wie immersive Virtuelle Realität im naturwissenschaftlichen Unterricht der Primarstufe eingesetzt werden kann, um die Modellkompetenz von Schüler:innen zu fördern. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern unterschiedliche Grade an Immersion und Interaktivität das Verständnis abstrakter naturwissenschaftlicher Modelle unterstützen. Die Diskussion mit den Peers und Critical Friends bot ihm wertvolle Impulse für die abschliessende Ausarbeitung seiner Dissertationsschrift.

Fabienne Flessa, die ihre Promotion bereits abgeschlossen hat und inzwischen als Schulleiterin tätig ist, unterstützt in Teilzeit das PHBern-Projekt «Anthropomorphismus und Teleologie im naturwissenschaftlichen Unterricht. Der Gebrauch von intuitiven Erklärungen durch Primarlehrpersonen». In ihrem Posterbeitrag widmete sie sich der Frage, wie erfahrene Primarlehrkräfte intuitive Erklärungen (in diesem Fall anthropomorphe oder teleologische Formulierungen) im naturwissenschaftlichen Unterricht nutzen. Dabei diskutierte sie erste Ergebnisse, die zeigen, welche Einstellungen Lehrkräfte zu intuitiven Erklärungen haben und inwiefern solche bewusst didaktisch oder eher unbewusst eingesetzt werden.

Erdinë Krasniqi, die am Beginn ihrer Promotion steht, präsentierte das Design ihrer geplanten Interventionsstudie. Ihre Dissertation ist im SNF-Projekt «Integrating Intuitive and Scientific Reasoning: A Pluralistic Approach for Primary Science Education» angesiedelt und befasst sich mit der Frage, wie intuitive Denkweisen von Kindern im naturwissenschaftlichen Unterricht produktiv aufgegriffen werden können, ohne Fehlkonzepte zu verfestigen. In ihrer ersten Studie untersucht sie, ob metakognitive Hinweise dazu beitragen können, wissenschaftliches Verständnis zu vertiefen und eine reflektierte Nutzung intuitiver Vorstellungen zu fördern. Für Erdinë war die Akademie eine wertvolle Gelegenheit, ihr Projekt erstmalig in einem offiziellen Rahmen vorzustellen und mit Peers sowie Critical Friends zu diskutieren.

Ein innovatives Format für Wissenschaftler:innen in Qualifikationsphasen

Die DACH-Nachwuchsakademie richtet sich an Wissenschaftler:innen an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen, die am Anfang ihrer wissenschaftlichen Laufbahn in der empirischen Bildungsforschung stehen. Im Rahmen der Akademie können eigene empirische Arbeiten unabhängig des Stadiums in verschiedenen innovativen Formaten vorgestellt und diskutiert werden. Thematisch bietet sie eine breite Palette an Themen aus den Bildungswissenschaften, Fachdidaktiken, der Bildungspsychologie oder der Pädagogik. 

Charakteristisch für die DACH-Nachwuchsakademie ist ihr dialogisches und alternatives Tagungsformat: Neben klassischen Vorträgen und Postersessions wurden Lightning Talks mit ausführlichen Diskussionsphasen oder interaktive Präsentationsformate mit, zum Beispiel, Quiz-Elementen oder Escape-Games. Im sogenannten Walking-Kolloquium konnten Teilnehmende ihre Projekte in kurzen Pitches vorstellen und anschliessend während eines ausgedehnten Spaziergangs mit Peers und Critical Friends gezielt offene Fragen diskutieren.

Ergänzt wurde das inhaltliche Programm durch Workshops zu unterschiedlichen Aspekten wissenschaftlichen Arbeitens. Diese adressierten nicht nur forschungsmethodische Fragen, sondern auch zentrale Herausforderungen im akademischen Alltag von Wissenschaftler:innen. Über die gesamte Tagung hinweg boten sich zudem zahlreiche Gelegenheiten zum informellen Austausch. 

Für unsere drei Kolleg:innen war die Teilnahme daher nicht nur eine Plattform zur Präsentation ihrer Projekte, sondern vor allem ein Raum für vertiefte Diskussion, kollegiale Beratung und internationale Vernetzung. Die konstruktiven Rückmeldungen der Critical Friends sowie die vielfältigen Austauschmöglichkeiten konnten sie gewinnbringend für ihre weitere wissenschaftliche Arbeit nutzen.

Ausblick

Die DACH-Nachwuchsakademie findet zweijährlich statt und wird im Wechsel von der Universität Leipzig, der Universität Wien (ehemals PHTirol) und der PHBern ausgerichtet. Nach der ersten Durchführung an der PHTirol in Innsbruck (Österreich) war in diesem Jahr Leipzig Gastgeberin der Akademie. In zwei Jahren wird die PHBern unter der Leitung von Sebastian Tempelmann und Isabell Adler des Schwerpunktprogramms Fachdidaktische Forschung die nächste DACH-Nachwuchsakademie ausrichten. Wir freuen uns bereits jetzt auf die Fortsetzung dieses besonderen Formats und auf weitere inspirierende Begegnungen im Kreis engagierter Wissenschaftler:innen.