Rückblick auf die Studienreise – eine Woche, die weiterwirkt

12. Oktober 2026, Katja Saxer (PHBern), Caroline Sahli Lozano (PHBern)

Abendstimmung an einem Gewässer

Was für eine Woche! 

Dieser Satz ging uns auf der Rückreise immer wieder durch den Kopf und klingt auch nach unserer Ankunft in Bern noch nach. 

Wie wertvoll diese Woche werden würde, war im Vorfeld keineswegs absehbar. Eine Studienreise mit einer 16-köpfigen Delegation aus Institutsleitungen, Rektorat, Services, Lehre und Forschung erfordert viel Vorbereitung und dennoch bleibt vieles ungewiss. Denn wie die Begegnungen vor Ort verlaufen, welche Fragen beantwortet werden, welche neu entstehen und wie sich die Gruppe im Verlauf der Woche entwickelt, lässt sich nicht im Voraus planen. 

Vieles von dem, was unsere Reise schliesslich prägte, entstand denn auch erst in der direkten Begegnung. Informationen über Programme und Konzepte anderer Hochschulen sind heute mit einem Mausklick oder einer KI-Anfrage jederzeit verfügbar. Doch mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen, die konkrete Umsetzung zu erleben und unmittelbar nachfragen zu können, ist durch nichts zu ersetzen. In Edmonton und  

Vancouver erhielten wir Einblicke dazu, wie das Universal Design for Learning, Nachteilsausgleichsmassnahmen, inklusive Hochschulprogramme und niederschwellige Unterstützungsangebote im Hochschulalltag umgesetzt werden. 

Besonders beeindruckten uns dabei nicht nur die Programme selbst, sondern vor allem die Offenheit der Menschen, denen wir begegneten, und ihre Haltung gegenüber Vielfalt und Inklusion. Alle unsere Fragen waren willkommen, mochten sie noch so klein, kritisch oder grundlegend sein. Sie wurden mit viel Geduld und grosser Bereitschaft zum Austausch beantwortet. Besonders nachdenklich machten uns jene Momente, in denen unsere Fragen zunächst kaum verstanden wurden, weil bestimmte Formen der Teilhabe und Unterstützung für unser Gegenüber längst selbstverständlich waren. Es stellte sich nicht die Frage, ob Inklusion ermöglicht werden soll, sondern wie sie noch besser gelingen kann. 

Ebenso wertvoll wie das fachliche Programm waren die täglichen Reflexionen innerhalb der Delegation. Dabei wurde die breite Zusammensetzung unserer Gruppe zu einer besonderen Stärke: Unterschiedliche Perspektiven trafen aufeinander, Beobachtungen wurden gemeinsam eingeordnet und auch kritisch hinterfragt. Zu Beginn ging es vor allem darum, die vielen Eindrücke zu sammeln und einzuordnen. Im Verlauf der Woche wurden die Diskussionen vertiefter und konkreter. Gegen Ende rückten zunehmend die Anschlussfähigkeit an die PHBern und mögliche nächste Schritte in den Mittelpunkt. 

Ein fertiges Rezept für eine inklusivere Hochschule bringen wir nicht aus Kanada mit. Ein solches liesse sich auch nicht einfach auf die PHBern übertragen. Wir konnten jedoch beobachten, welche Zutaten für eine inklusive Hochschulkultur besonders wichtig sein können: eine grosse Portion gemeinsamer Haltung, verlässliche Strukturen und eine inklusive Praxis, die im Hochschulalltag konkret spürbar wird. Dazu kommen Zeit für Beziehungen und Zusammenarbeit, die Bereitschaft, den Studierenden zuzuhören, sowie eine gute Prise Mut, Neues auszuprobieren und aus Erfahrungen und Fehlern zu lernen. Besonders eindrücklich war für uns, wie diese Zutaten an den besuchten Institutionen zusammenspielten: Hochschulleitungen gaben Orientierung, Mitarbeitende erhielten fachliche Unterstützung und Studierende wurden an der Weiterentwicklung beteiligt sowie mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen ernst genommen. 

Nun gilt es, die aus Kanada mitgebrachten Zutaten zu prüfen, zu ergänzen und daraus etwas zu entwickeln, das zur PHBern und zu unserem Kontext passt. Nicht jeder Versuch wird dabei auf Anhieb gelingen, und manches wird zu Beginn vielleicht noch etwas versalzen sein. Entscheidend ist, dass wir den Mut haben, anzufangen, neue Wege auszuprobieren, sie gemeinsam zu reflektieren und aus den Erfahrungen Schritt für Schritt weiterzulernen. 

Mit unserer Rückkehr beginnt nun die eigentliche Transferarbeit. Und so pathetisch es klingen mag: Diese Reise war erst der Anfang. Die Delegation wird den begonnenen Austausch als Gruppe weiterführen, die gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam vertiefen und daraus nächste Schritte für die PHBern entwickeln. 

Gleichzeitig möchten wir nicht unter uns bleiben. Für den weiteren Prozess wünschen wir uns möglichst viele neue Mitköch:innen. Studierende, Mitarbeitende, Hochschulleitung und Partnerinstitutionen sind herzlich eingeladen, ihre Perspektiven und Erfahrungen einzubringen, kritisch mitzudenken und die inklusive Hochschule gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln. 

Eine wichtige Gelegenheit dazu bietet die Tagung «Unterwegs zu einer inklusiven Hochschule: Perspektiven aus der Schweiz und Kanada» am 12. März 2027. Gemeinsam mit nationalen Expert:innen sowie internationalen Fachpersonen der Concordia University of Edmonton und von Inclusion Alberta möchten wir den Austausch fortsetzen, die Erkenntnisse der Reise weitertragen und neue Impulse für die PHBern und den schweizerischen Hochschulkontext entwickeln. 

Die Studienreise ist zu Ende. Als Gruppe bleiben wir unterwegs und freuen uns über alle, die uns auf diesem Weg begleiten und mitgestalten.

Dieser Beitrag gibt die persönlichen Eindrücke der Verfassenden wieder. 

English

What a week! 

This thought came back to us again and again on our journey home, and it still resonates now that we are back in Bern. 

We could not have anticipated just how valuable this week would be. A study visit involving a 16-member delegation made up of representatives from all institutes, the Rectorate and professional services, as well as colleagues working in teaching and research, requires extensive preparation. Yet much remains uncertain. How the encounters will unfold, which questions will be answered, which new ones will emerge and how the group will develop over the course of the week cannot be planned in advance. 

Much of what ultimately shaped our visit grew out of these face-to-face encounters. Information about programmes and concepts at other universities is readily available today at the click of a mouse or by asking an AI tool. But nothing can replace speaking directly with the people involved, seeing how these approaches are put into practice and being able to ask questions on the spot. In Edmonton and Vancouver, we gained first-hand insight into how Universal Design for Learning, academic accommodations, inclusive post-secondary education programmes and easily accessible support services are implemented in everyday university life. 

What impressed us most was not only the programmes themselves, but above all the openness of the people we met and their commitment to diversity and inclusion. All our questions were welcomed, whether detailed, critical or fundamental, and answered with patience and a genuine willingness to engage in dialogue. Some of the most thought-provoking moments came when our questions were initially difficult to understand because certain forms of participation and support were already considered entirely natural by those we spoke with. The question was not whether inclusion should be made possible, but how it could work even better. 

The delegation’s daily reflection sessions were just as valuable as the formal programme. The broad composition of our group became a particular strength: different perspectives came together, observations were discussed and interpreted collectively, and assumptions were critically examined. At the beginning of the week, our main task was to absorb and make sense of the many impressions. As the week progressed, the discussions became deeper and more concrete. By the end, the focus had increasingly shifted towards how these insights could connect with the PHBern context and what our next steps might be. 

We did not return from Canada with a ready-made recipe for a more inclusive university. Nor could such a recipe simply be transferred to PHBern. What we did observe, however, were some of the ingredients that can be essential to an inclusive university culture: a generous helping of shared commitment, reliable structures and inclusive practices that are tangible in everyday university life. Other important ingredients include time for relationships and collaboration, a willingness to listen to students and a healthy dose of courage to try new approaches and learn from both experience and mistakes. What struck us most was how these ingredients worked together at the institutions we visited: university leaders provided clear direction, staff received professional support, and students were involved in ongoing development while their different needs were taken seriously. 

Our task now is to examine these ingredients, adapt and add to them, and develop something that fits PHBern and our particular context. Not every attempt will succeed at once, and some early efforts may still be a little over-seasoned. What matters is having the courage to begin, try new approaches, reflect on them together and continue learning step by step. 

Now that we are back, the real work of translating these insights into our own context begins. And, however grand it may sound, this journey was only the beginning. The delegation will continue its exchange as a group, explore the insights gained in greater depth and use them to develop the next steps for PHBern. 

At the same time, we do not want to remain within our own circle. As this work continues, we hope many more people will join us in the kitchen. Students, staff, university leaders and partner institutions are warmly invited to contribute their perspectives and experiences, engage critically with us and help shape the further development of an inclusive university. 

An important opportunity to continue this conversation will be the conference “Towards an Inclusive University: Perspectives from Switzerland and Canada” on 12 March 2027. Together with experts from Switzerland and international colleagues from Concordia University of Edmonton and Inclusion Alberta, we aim to carry the insights from our visit forward and develop new ideas for PHBern and the wider Swiss higher education context. 

The study visit has come to an end. As a group, however, we remain on this journey and look forward to being joined by everyone who would like to help shape what comes next. 

This article reflects the personal impressions of its authors.