Chancengerechtigkeit im Bildungssystem: Austausch an der UNESCO Schweizer Plattform Bildung 2030

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12.09.2026

Panel mit Vertreter*innen aus den Workshops

Am 9. September 2026 stand die UNESCO Schweizer Plattform Bildung 2030 ganz im Zeichen der Chancengerechtigkeit im Bildungssystem. Caroline Sahli Lozano, Leiterin des Schwerpunktprogramms Inklusive Bildung der PHBern, leitete einen Workshop zur Tertiärstufe und brachte dessen Erkenntnisse in die abschliessende Podiumsdiskussion ein.  

Internationale Befunde aus dem UNESCO Global Education Monitoring Report 2026, aktuelle Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) sowie Erkenntnisse aus dem Bildungsbericht Schweiz 2026 bildeten mit drei fachlichen Beiträgen die Grundlage für den anschliessenden Austausch über bestehende Bildungsungleichheiten und Möglichkeiten, den Zugang zu hochwertiger Bildung für alle zu stärken. Im Workshop zur Tertiärstufe stand insbesondere die Rolle der Pädagogischen Hochschulen bei der Förderung von Chancengerechtigkeit im Mittelpunkt.  

Bildungsungleichheiten auf der Tertiärstufe 

Im Workshop zur Tertiärstufe wurden die Erkenntnisse aufgegriffen und mit Blick auf den Zugang zur Hochschulbildung vertieft. Die diskutierten Befunde verdeutlichten, dass der Zugang zur Tertiärbildung weiterhin stark von der sozialen Herkunft und regionalen Faktoren geprägt ist. Dabei entstehen Bildungsungleichheiten nicht erst beim Eintritt in eine Hochschule. Vielmehr sind sie häufig das Ergebnis von Selektionsprozessen und ungleichen Bildungschancen, die sich über verschiedene Bildungsstufen und Übergänge hinweg verstärken. 

Ein besonderer Fokus lag auf den Pädagogischen Hochschulen. Ihre Studierendenschaft ist mehrheitlich weiblich geprägt.  Gleichzeitig zeigen sich Selektivitäten nach Region, sozialer Herkunft und Migrationsbezug. 

Damit stellt sich nicht nur die Frage nach einem chancengerechten Hochschulzugang, sondern auch danach, wie Pädagogische Hochschulen mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Erfahrungen und Bildungswegen ihrer Studierenden umgehen.  

Pädagogische Hochschulen übernehmen dabei eine doppelte Verantwortung: Einerseits entwickeln sie ihre eigenen Kulturen, Strukturen und Praktiken im Hinblick auf Vielfalt und Chancengerechtigkeit kontinuierlich weiter. Andererseits bereiten sie angehende Lehrpersonen darauf vor, Bildungsungleichheiten zu erkennen, professionell mit Heterogenität umzugehen und multiprofessionell zusammenzuarbeiten. Die Verbindung von Hochschulentwicklung und Lehrpersonenbildung ist dabei zentral. 

Inklusive Bildung als gemeinsame Aufgabe 

Die Diskussionen verdeutlichten auch die enge Verbindung zur Bildungsagenda 2030 der UNESCO und zum Nachhaltigkeitsziel SDG 4, das eine inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung für alle anstrebt. 

Lehrpersonen spielen hierbei eine wichtige Rolle, da sie wesentlich dazu beitragen können, Bildungsungleichheiten entgegenzuwirken, Teilhabe zu ermöglichen und inklusive Lernumgebungen zu gestalten. Gleichzeitig braucht es entsprechende Rahmenbedingungen und eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Lehrpersonenbildung. 

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die Erkenntnisse aus den Workshops in einer Podiumsdiskussion zusammengeführt.  Caroline Sahli Lozano hob dabei zwei zentrale Verbindungslinien hervor: die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bildungsstufen sowie der Austausch zwischen Forschung, Praxis und Bildungssteuerung. 

Die  von der Schweizerischen UNESCO-Kommission organisierte Plattform Bildung 2030 bot damit eine wertvolle Gelegenheit, aktuelle Erkenntnisse zu diskutieren, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsame Herausforderungen sichtbar zu machen. Deutlich wurde insbesondere, dass Bildungsungleichheiten nicht isoliert innerhalb einzelner Bildungsstufen betrachtet werden können. Um Chancengerechtigkeit nachhaltig zu stärken, braucht es sowohl Entwicklungen innerhalb der einzelnen Bildungsbereiche als auch eine verstärkte Zusammenarbeit über institutionelle Grenzen hinweg. 

Weitere Informationen zur Schweizer Plattform Bildung 2030 und zum Programm der Veranstaltung auf der Website der schweizerischen UNESCO-Kommission. 

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