Von der wissensdurstigen Schülerin zur Gymnasiallehrerin mit Leidenschaft

Jessica Brunner ging schon immer gerne zur Schule. Jetzt hat sie das Pult gewechselt und studiert an der PHBern, um Lehrperson für Maturitätsschulen zu werden. Denn "Deutsch ist mehr als nur trockene Grammatik und Goethe".
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Der 29-jährigen Jessica Brunner war schon lange klar, dass sie Lehrerin werden wollte. Als Gymnasiastin wurde sie vom Deutsch- und Philosophielehrer mit dem Lehrvirus angesteckt. "Er zeigte mir, wie vielfältig und spannend die Auseinandersetzung mit Texten sein kann." Das wollte sie auch: mit Jugendlichen, die bereits eine eigene Meinung vertreten können, auf Augenhöhe diskutieren. "Das ist eine spannende Lebensphase. Es macht mir Freude, Jugendliche begleiten zu dürfen." Ihr Ziel ist es, in ihnen die Liebe für Sprache und philosophische Fragestellungen zu wecken und die eigene Begeisterung weiterzugeben. Denn "Deutsch ist mehr als nur trockene Grammatik und Goethe".

Dank Studium zu mehr Sicherheit

Gesagt, getan. Nach dem Masterdiplom in Germanistik und Philosophie begann sie ein Studium am Institut Sekundarstufe II der PHBern. Jetzt steht sie kurz vor Abschluss und hat ab dem Herbstsemester bereits eine Anstellung als Deutschlehrperson am Gymnasium, wo sie bereits ein Praktikum gemacht hatte. Ihr langgehegter Wunsch, Lehrerin zu werden, hat sich mit dem Studium an der PHBern verstärkt. Die Rückmeldungen der Praxislehrpersonen und Jugendlichen gaben ihr Bestätigung. "Eine Schülerin sagte mir, die Schule brauche mehr solche Lehrpersonen wie mich. Das hat mich sehr gefreut", so Brunner lächelnd. Rückblickend bemerkt sie: "Im Einführungspraktikum war ich schon etwas verloren. Mir fehlten die Tools, die man im Studium lernt. Ich hatte ja gar keine Praxiserfahrung." Dank des Kompetenzaufbaus und der Praktika fühlt sie sich nun sicherer beim Unterrichten.

Unterrichten ist keine Einbahnstrasse. Auch ich lerne durch den Austausch immer wieder, neue Perspektiven einzunehmen.
Jessica Brunner  -  Studentin Institut Sekundarstufe II

Kompetenzen für den Unterricht

Ganz konkret – was hat sie an der PHBern gelernt? "Es fängt bei der Unterrichtsplanung an. Wie baue ich ein ganzes Schuljahr auf? Welche Ziele möchte ich erreichen, welche Inhalte thematisieren? Diesen Prozess durchzumachen war anspruchsvoll, hat mir aber sehr geholfen." Jessica Brunner weiss jetzt auch, wie eine Lektion aufgebaut ist und wie sie Lernziele formuliert, damit sie überprüfbar sind. Oder wie sie Leistungen beurteilen kann. "Was ich ebenfalls mitnehmen konnte, war das Grundverständnis der Bildungslandschaft. Vorher kannte ich die Schule nur als Schülerin. Jetzt kenne ich den Aufbau und die Logik, die hinter dem Lehrplan stecken."

Praxis, Feedback und Raum zum Ausprobieren

Ein zentrales Element des Studiums ist die enge Begleitung. "Ich habe mich immer sehr gut betreut gefühlt", erzählt Jessica Brunner. Gerade in der Fachdidaktik seien die Gruppen klein, der Austausch intensiv. "Ich konnte jederzeit Fragen stellen und habe fundierte Rückmeldungen erhalten." Das war ihr wichtig. Dieser Austausch half ihr, die eigene Kompetenz gezielt weiterzuentwickeln. Ein Beispiel bleibt ihr besonders: die Planung und Bewertung von Prüfungen im Deutschunterricht. "Ich musste mir genau überlegen, wie ich Fragen formuliere und Leistungen bewerte. Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen war dabei entscheidend."

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Studi-Porträt IS2: Jessica Brunner 2

Jessica Brunner unterrichtet gern auf Gymnasialstufe: "Das ist eine spannende Lebensphase. Es macht mir Freude, Jugendliche begleiten zu dürfen."

Balance zwischen Fördern und Fordern

In Jessica Brunners Berufsverständnis stehen die Lernenden im Zentrum. Sie will den Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen. "Sie sollen sich ernst genommen fühlen." Dazu gehören eine transparente Feedbackkultur und ein vertrauensvolles Klassenklima, um offen diskutieren zu können. "Denn es ist wichtig zu wissen, warum man wie beurteilt wird." Kompetenz zeige sich auch dadurch, dass "Unterrichten keine Einbahnstrasse ist. Auch ich lerne durch den Austausch immer wieder, neue Perspektiven einzunehmen." Es geht Brunner ebenso um die Balance zwischen Fördern und Fordern: "Ich traue den Jugendlichen zu, etwas leisten können, was sie sich selbst noch nicht zutrauen." Das Ziel sei immer, das Interesse am Fach Deutsch zu wecken und das Potenzial der Lernenden zu fördern.

Bern als Lebensmittelpunkt

Die gebürtige Aargauerin kam fürs Germanistikstudium nach Bern. Ihr gefällt die Stadt als Lebensmittelpunkt, weil sie kleiner und entspannter ist als beispielsweise Zürich. Hinzu kommt, dass "ich die Stimmung an der PHBern als sehr angenehm und unterstützend wahrnehme". Seit einigen Jahren ist sie ausserdem in der Slam Poetry-Szene in Bern und der ganzen Schweiz engagiert. Sie hat Auftritte, organisiert und moderiert. Nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch auf Bühnen teilt sie ihre Liebe zur Sprache. Eine Sprach-Lehr-Künstlerin durch und durch.