Was macht Hochschulen inklusiver und chancengerechter? Die PHBern sucht Antworten in Edmonton

Ende September reist eine Delegation der PHBern an die Concordia University of Edmonton in Kanada. Sie sucht Antworten auf eine Frage, die sich nicht am Schreibtisch klären lässt: Wie wird eine Hochschule inklusiv?
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Fassadenansicht Hochschulzentrum vonRoll, Fabrikstrasse 8

Die PHBern begleitet den Alltag der kanadischen Partnerhochschule und tauscht sich mit Fachstellen, Lehrenden sowie Studierenden aus. Die Erkenntnisse fliessen in eine Fachtagung und einen Leitfaden ein.

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Der Besuch gehört zum Projekt INHE (Inklusive Hochschulentwicklung: Internationale Perspektiven und Kooperationen), das von Movetia gefördert wird. Vertretende der PHBern und der Concordia University of Edmonton tragen ihre Erfahrungen zusammen, zu Förderprogrammen für Studierende mit Behinderungen, zu individuellen Unterstützungsangeboten im Studium und zum Hochschulalltag, der eine Institution tatsächlich für alle zugänglich macht. Wie Inklusion im Hochschulalltag konkret funktioniert, zeigen Konzepte und Dokumente nur zum Teil. Das wird erst im direkten Austausch vor Ort sichtbar.

Im Zentrum stehen das Beobachten, Sammeln und Einordnen. Welche inklusiven Kulturen, Strukturen und Praktiken haben sich in Edmonton bewährt? Und welche davon sind auch für die Schweizer Hochschullandschaft relevant?

Inklusion als Teil des Hochschulalltags

Edmonton bietet sich für diesen Austausch besonders an. In Alberta hat sich über Jahrzehnte hinweg ein Netzwerk inklusiver Hochschulbildung entwickelt. Die Organisation Inclusion Alberta, die sich für Menschen mit Behinderungen und ihre Familien einsetzt, arbeitet seit mehr als 30 Jahren mit Hochschulen in der ganzen Provinz zusammen. 

Laut Katja Saxer, Co-Projektleiterin INHE, nehmen Studierende mit Behinderungen dort an regulären Lehrveranstaltungen und am Campusleben teil. Sie verfolgen individuelle Bildungs- und Berufsziele und werden dabei von Fachpersonen und Mitstudierenden begleitet. "Die Unterstützung endet nicht im Seminarraum, sie reicht bis in den bezahlten Berufseinstieg hinein", hält Saxer fest. "Genau diesen Ansatz wollen wir vor Ort genauer verstehen: in der Lehre, im Alltag auf dem Campus und beim Übergang in den Arbeitsmarkt."

Impulse für die ganze Hochschule

Um Perspektiven aus unterschiedlichen Bereichen der PHBern zusammenzuführen, ist die PHBern-Delegation breit aufgestellt. Mit dabei sind Vertretende aus allen Grundausbildungsinstituten, aus der Forschung sowie aus Verwaltung und Betrieb. Denn Inklusion und Chancengerechtigkeit zeigen sich in allen Bereichen des Hochschulalltags. Für angehende Lehrpersonen sind sie besonders bedeutsam: Was sie an ihrer eigenen Hochschule erleben, prägt ihren späteren Berufsalltag mit.

"Mich interessiert vor allem, wie die Hochschule als Ganzes organisiert ist: Wer ist wofür zuständig, wie arbeiten die verschiedenen Stellen zusammen und wie gelingt es, dass Studierende und Mitarbeitende unkompliziert Zugang zur Unterstützung erhalten, die sie brauchen? Wie gelingt es, Inklusion im Studien- und Arbeitsalltag als selbstverständlich zu leben?", so Nina Simonett, Leiterin Hochschulentwicklung und Innovation der PHBern. Simonett erhofft sich davon Impulse für die Hochschulentwicklung der PHBern und einen geschärften Blick darauf, "worauf wir schon stolz sein können und wo noch Potenzial liegt".

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Wie gelingt es, Inklusion im Studien- und Arbeitsalltag als selbstverständlich zu leben?
Nina Simonett  -  Leiterin Hochschulentwicklung und Innovation, PHBern
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Was die Delegation in Edmonton beobachtet und diskutiert, macht sie auch für andere zugänglich: Im digitalen Begleitformat "Insights", mit Fotos und Berichten direkt aus dem Austausch vor Ort.

Von der Reise zum Leitfaden

Was das PHBern-Team aus Edmonton mitbringt, wird am 12. März 2027 an der PHBern wieder aufgegriffen: Die Erkenntnisse aus dem Austausch in Edmonton fliessen in die Tagung Unterwegs zu einer inklusiven Hochschule ein. Dort diskutieren Vertretungen aus Kanada, Schweizer Hochschulen und weiteren Organisationen darüber, wie Hochschulen inklusiver und chancengerechter gestaltet werden können.

Im Anschluss an die Tagung werden die gesammelten Erfahrungen und Ergebnisse in einem Best-Practice-Leitfaden gebündelt. Damit sollen auch anderen Hochschulen erprobte Modelle und Ansätze für eine barrierefreie und chancengerechte Hochschulbildung zugänglich gemacht werden.