Didaktischer Kommentar

Containerschiff auf dem Meer

Relevanz und Übersicht

Globalisierung ist ein Phänomen, das seit den 1990er Jahren oft in den Medien präsent ist. Doch was versteht man genau darunter? Globalisierung basiert auf einem Vorgang der wirtschaftlich begründet ist, aber Politik, Gesellschaften und die Umwelt weltweit beeinflusst. Die Globalisierung ist in unserem Alltag präsent, denn ohne sie hätten wir keine exotischen Früchte in den Supermärkten oder könnten nicht unsere Erlebnisse oder Emotionen über Facebook teilen.

Das IdeenSet beinhaltet ein sehr breites Themenspektrum. Dazu gehören Unterrichtsmaterialien zu den Ursachen und Folgen der Globalisierung in unterschiedlichen Bereichen. Im IdeenSet wird die Globalisierung vor allem aus wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive betrachtet. Die technologische Perspektive wurde weggelassen. Natürliche Folgen der Globalisierung, wie der Treibhauseffekt und die globale Erwärmung werden im IdeenSet Klimawandel behandelt.

Ein Zugang über Fallbeispiele aus dem täglichen Leben der Schülerinnen und Schüler vereinfacht das komplexe Lernsetting der Globalisierung. An Fallbeispielen können die Grenzen der Globalisierung veranschaulicht und somit über diese Vor- und Nachteile diskutiert werden. Dabei sollte sich die Lehrperson auf ein Fallbeispiel beschränken. Besonders schülernahe Fallbeispiele bieten Gebrauchsgüter wie z.B. Smartphones oder Kleider und Verbrauchsgüter wie z.B. Fleisch oder Schokolade. Diese Konsumgüter sind ein fester Bestandteil ihrer Alltagswelt.

Als Abschluss des Themas sollte der Begriff „Green Economy“ diskutiert werden, der eine nachhaltige Alternative von einer globalisierten Wirtschaft darstellt. Dies ist wichtig, denn oft sind vor allem auf der Sekundarstufe II die Schülerinnen und Schüler grundsätzlich Gegner der Globalisierung. Mit diesem Konzept sollen sie verstehen, dass es auch eine nachhaltige Lösung gibt, ohne die Globalisierung vollständig zu stoppen und auf Protektionismus umzustellen.

Vorstellungen und Vorkenntnisse

Die Assoziationen im gesellschaftlichen Diskurs über Globalisierung sind sehr widersprüchlich. Befürworter sehen Vorteile, wie zum Beispiel die kostengünstige Produktion von Gütern in der Textilindustrie, die Beschäftigung und Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern zur Folge hat. Die Kritikerinnen und Kritiker sehen dagegen Nachteile, wie die schlechten Arbeitsbedingungen in Textilfabriken oder die Verschmutzung der Umwelt durch Fabrikabwasser. Schülervorstellungen sind weniger differenziert. Das zeigen die Ergebnisse der Umfrage mit Lernenden der Kantonsschule Solothurn (8. 9. und 10. Klasse).

Schülervorstellungen zur Globalisierung variieren stark innerhalb von Schulklassen derselben Stufe, aber wenig zwischen den Schulstufen. Folgende Skizzen stellen die Antworten der Schülerinnen und Schüler einer 9. Klasse, progymnasiale Stufe zur Frage „Was für ein Bild hast du im Kopf, wenn du an die Globalisierung denkst?“ dar:

Die Globalisierung wurde mit dem Kauf von Produkten aus dem Ausland mehrheitlich in Verbindung gesetzt. Dabei wurden oft Kleider oder Obst erwähnt. Die meisten Lernenden, die eine Vorstellung zur Globalisierung hatten, sahen also den wirtschaftlichen Aspekt der Globalisierung, beziehungsweise den Welthandel, der zwischen den Städten des Nordens und Südens stattfindet. Für sie war auch klar, dass Gewinner Industrieländer und Verlierer Entwicklungsländer sind. Die mediale Vernetzung wurde am zweitmeisten als Globalisierung gesehen. Die Schülerinnen und Schüler nannten dabei oft das Internet oder die Nachrichten, die aus aller Welt stammen. Die rudimentärsten Vorstellungen war die Welt, oder ein Globus. Eine innere Differenzierung der Auswirkungen fehlte bei allen Befragten, sowie die Ursachen der Globalisierung. Die Umwelt wurde als Verliererin der Globalisierung genannt, aber ohne konkret auf ein Umweltproblem einzugehen. Dass die Globalisierung auch einen Einfluss auf die Kulturen hat, war in den Schülervorstellungen nicht vorhanden.

Aufgrund der Schülervorstellungen ist es für Schülerinnen und Schüler wichtig, die Auswirkungen der Globalisierung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und beurteilen zu können, um somit differenzierte Argumente in Diskussionen einzubringen. Beispielsweise sollten die Schülerinnen und Schüler verstehen, dass Globalisierung nicht nur schlecht ist für Entwicklungsländer. Desweitern sollten sie auch realisieren, dass Globalisierung auch einen Einfluss auf die Kulturen hat. Wählt man einen Exkurs in Richtung Globalisierung der Kulturen, ist es unabdingbar zuerst den Begriff „Kulturen„ einzuführen.

Lerngegenstand und thematische Schwerpunkte

Es gibt sehr viele Bereiche die im Thema Globalisierung behandelt werden können. Die folgende Grafik zeigt die Vielfalt der verwandten Themen, die aber nicht alle im IdeenSet abgedeckt werden. Die fettmarkierten Themen werden im IdeenSet abgedeckt. Sie bilden die Themenstruktur der Webseite.

Thematische Schwerpunkt globalisierung IdeenSet

Die Ursachen der Globalisierung werden im IdeenSet nur marginal behandelt. Der Fokus liegt klar auf den Folgen bzw. den Verlierern und Gewinner der Globalisierung.

Die Website https://www.globalisierung-fakten.de/ bietet kompaktes Hintergrundwissen für Lehrpersonen, die das Thema Globalisierung noch nie unterrichtet haben.

Organisation und Beurteilung

Methodische Ausrichtung

Das IdeenSet beinhaltet Unterrichtsmaterialien mit unterschiedlichen Methoden, um der Methodenvielfalt gerecht zu werden. Neben haptischen Unterrichtmaterialien, sind auch digitale Unterrichtdossiers vorfinden. Zu den meisten Videos sind jeweils Lernaufgaben erstellt worden. Für die Sekundarstufe II gibt es ein Skript für Lernende und Lehrpersonen inkl. Lösungen, das als Unterrichtseinheit verwendet werden kann. In diesem Skript liegt der Fokus auf den Ursachen und Folgen der wirtschaftlichen Globalisierung, und dem Fallbeispiel Fleisch. Zusätzlich widmet sich ein Kapitel der gesellschaftlichen Globalisierung, falls dieses Thema auch behandelt werden sollte. Eine PowerPoint Präsentation dient als roter Faden und beinhaltet Bilder für Diskussionen und alle Aufgabestellungen, die auch im Skript vorzufinden sind.

Organisatorisches

Um die digitalen Aufgaben zu bearbeiten sollte das App Kahoot installiert werden.

https://play.google.com/store/apps/details?id=no.mobitroll.kahoot.android&hl=de

https://itunes.apple.com/us/app/kahoot-play-fun-learning-games/id1131203560?mt=8

Ein QR Scanner/Reader sollte auf dem Smartphone vorhanden sein, um die QR Codes zu scannen

https://itunes.apple.com/ch/app/qr-code-scanner/id483336864?mt=8

https://play.google.com/store/apps/details?id=tw.mobileapp.qrcode.banner&hl=de

Möglicher Einstieg

Als Einstieg ins Thema sollte das Präkonzept der Schülerinnen und Schüler zum Thema Globalisierung zum Beispiel mit einem Mindmap erhoben werden. Die Schülerinnen und Schüler stellen ihr Präkonzept der Klasse vor.

Min Map Vorlage GlobalisierungBasierend auf die Analyse der Präkonzepte, wählt die Lehrperson einen Fokus im Bereich der Kompetenzen und eine schülernahe exemplarische Vertiefung aus. Als exemplarische Vertiefung eignen sich die Konsumgüter Kleidung, Schokolade, Fleisch und Elektronik (Smartphones).

Beurteilung

Am Ende der Unterrichtseinheit bekommen die Schülerinnen und Schüler nochmals das leere Mindmap und füllen es aus. Sie vergleichen das alte Mindmap, das zur Präkonzepterhebung verwendet wurde mit ihrer Synthese und reflektieren ihren Lernprozess.

Ihre Kompetenzerfahrung soll anschliessend bewertet werden. Die Lehrperson entscheidet sich für eine Kompetenz, die sie überprüfen und beurteilen möchte. Je nach Kompetenz eignen sich unterschiedliche Formen der Dokumentation. Ein Beispiel für die Kompetenz Folgen des Konsums analysieren. (WAH 3.2) stellt die folgende Lernaufgabe dar:

  1. Betrachte die Folgen deines Konsums von Schokolade, Fleisch, Kleidung oder Smartphones aus unterschiedlichen Perspektiven (Kleinbauer, Unternehmen, Staat etc.) Stelle diese Folgen grafisch auf deinem Poster dar.
  2. Verfasse differenzierte Argumente für oder gegen die Globalisierung aus Sicht der oben genannten Akteure.
  3. Erläutere, was du in deinem Konsumverhalten ändern könntest und beurteile die Wirkungskraft deines veränderten Verhaltes. Verfasse danach ein Fazit.

Weitere Hinweise

Lehrplanbezug

Im Lehrplan 21 werden Themen der Globalisierung im Fach „Räume, Zeiten und Gesellschaften“ und „Wirtschaft, Arbeit, Haushalt“ verortet. Zusätzlich wird das Thema nochmals auf der Sekundarstufe II vertieft behandelt.

Räume, Zeiten und Gesellschaften (3. Zyklus, Lehrplan 21)

Die Schülerinnen und Schüler können…

  • wirtschaftliche Prozesse und die Globalisierung untersuchen. (RZG 3.2)

Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (3. Zyklus, Lehrplan 21)

Die Schülerinnen und Schüler können…

  • Folgen des Konsums analysieren. (WAH 3.2
  • die Produktion von Gütern und Dienstleistungen vergleichen und beurteilen. (WAH 1.3
  • globale Herausforderungen der Ernährung von Menschen verstehen. (WAH 4.5)

Geografie, (Sekundarstufe II, GYM4, Lehrplan 2017)

Die Schülerinnen und Schüler…

Exkursionen

Quellen

Titelbild: CC BY-SA: Sparklemotion. https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7137349

Abbildung 1: Schüler 9. Klasse (2017). Fragebogen Schülervorstellungen Globalisierung. Kantonsschule Solothurn

Abbildung 2: Schülerin 9. Klasse (2017). Fragebogen Schülervorstellungen Globalisierung. Kantonsschule Solothurn

Abbildung 3: Schüler 9. Klasse (2017). Fragebogen Schülervorstellungen Globalisierung. Kantonsschule Solothurn