24.08.2026
Vom 17. bis 21. August 2026 war der Forschungsschwerpunkt Inklusive Bildung der PHBern gleich an drei internationalen Forschungskongressen in Finnland vertreten. Bei der Finnish Educational Research Conference (FERA), der European Conference on Educational Research (ECER) in Tampere sowie der European Association for Research on Learning and Instruction (EARLI SIG 15) Conference in Helsinki brachten sie aktuelle Arbeiten zu Wohlbefinden, schulischer Integration, inklusiver Schulführung und Bildungsübergängen in den internationalen wissenschaftlichen Austausch ein.
17.–18. August: FERA Conference on Education in Tampere
Den Auftakt bildete die FERA an der Tampere University. Unter dem Konferenzthema «Educational Science Knowledge and Societal Impact – Do We Have the Power?» stand die gesellschaftliche Bedeutung bildungswissenschaftlicher Forschung im Zentrum. Im Themenbereich Wohlbefinden und Bildung diskutierten Forschende aus verschiedenen Ländern neue Zugänge zur Konzeptualisierung und Messung des Wohlbefindens von Schüler:innen und Lehrpersonen. In dem Beitrag von Katja Saxer und der anschliessenden Diskussionssession zusammen mit Heta Tuominen (University of Eastern Finland) und Anni Holmström (University of Turku) ging es unter anderem um die Frage, was Wohlbefinden im schulischen Kontext ausmacht, wie es sich erfassen lässt und wie auch negative Dimensionen wie Burnout berücksichtigt werden können.
17.–19. August: EARLI SIG 15 Conference in Helsinki
Zeitgleich fand an der University of Helsinki die EARLI SIG 15 Conference «Research methodological approaches bridging special educational needs» statt.
Dort wurde das von Silvia Dell’Anna (Università degli Studi eCampus, IT), Sergej Wüthrich, Robin Benz und Caroline Sahli Lozano gemeinsam erarbeitete Umbrella Review «Academic outcomes of students with and without special educational needs in inclusive education» vorgestellt. Dieses umfasst 15 systematische Reviews und Meta-Analysen aus vier Jahrzehnten und bündelt den Forschungsstand zur schulischen Integration und zur akademischen Entwicklung von Schüler:innen mit und ohne besonderen Bildungsbedarf.
18.–21. August: ECER 2026 in Tampere
Ab dem 18. August versammelte die ECER Forschende aus der ganzen Welt in Tampere University. Der Forschungsschwerpunkt Inklusive Bildung der PHBern war dort mit mehreren Beiträgen vertreten:
Katja Saxer präsentierte eine Studie zu «Teacher perspectives on inclusive school leadership: a qualitative multiple case study in Switzerland». Darin wird untersucht , wie Schweizer Lehrpersonen die inklusive Führungspraxis ihrer Schulleitungen erleben und welche Bedeutung dabei eine gemeinsame Ausrichtung auf Inklusion, eine offene Kommunikationskultur, Kooperation und professionelle Weiterentwicklung haben.
Caroline Sahli Lozano organisierte und leitete gemeinsam mit Carmen Zurbriggen (Université de Fribourg, CH) das internationale Symposium «From Classroom Measures to Labour Market Gateways». Beiträge aus der Schweiz, Luxemburg und Deutschland beleuchteten unterschiedliche Stationen dieser Übergänge: von schulischen Unterstützungsmassnahmen und ihren längerfristigen Folgen bis hin zu Einstellungsprozessen, Entscheidungen von Arbeitgebenden und institutionellen Rahmenbedingungen. Sara Lustenberger präsentierte Ergebnisse aus dem Projekt LABIRINT II zu den Auswirkungen integrativer schulischer Massnahmen auf den Übergang in die Sekundarstufe II.
Schliesslich leitete Denise Geiser das Symposium «Occupational Well-Being of Professionals in Schools», das Perspektiven aus der Schweiz, Italien und Finnland zusammenbrachte. Gemeinsam mit Selina Beck präsentierte sie dazu Ergebnisse aus dem Projekt durSTARTen zu Arbeitsanforderungen, Burnout und Berufsausstiegsabsichten bei Berufseinsteiger:innen in der Schulischen Heilpädagogik.
Als gemeinsame Botschaft des Symposiums zeigte sich: Das Wohlbefinden von Fachpersonen an Schulen hängt nicht nur von individuellen Ressourcen ab, sondern ebenso von förderlichen Arbeitsbedingungen, Zusammenarbeit und organisationalen Strukturen.
Die intensive Kongresswoche bot vielfältige Möglichkeiten, Forschungsarbeiten der PHBern mit internationalen Kolleg:innen zu diskutieren, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und bestehende Kontakte zu vertiefen. Die zahlreichen Gespräche und Beiträge lieferten neue Impulse für die weitere Arbeit und zeigten einmal mehr den Wert des internationalen Austauschs für die Forschung zu inklusiver Bildung.
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