Forschung zu integrativen Massnahmen am Fachseminar in Venedig vorgestellt

12.12.2025

Zwei Frauen präsentieren ein wissenschaftliches Poster auf einer Konferenz.

Am diesjährigen Seminar der Akademie der Soziologie in Venedig gaben Caroline Sahli LozanoSara Lustenberger und Robin Benz Einblicke in zwei Forschungsprojekte der PHBern – BELIMA und RILZCHECK.

Die beiden Projekte untersuchen, wie integrative Massnahmen, etwa Integrative Förderung, Nachteilsausgleich oder Lernzielreduktion, eingesetzt werden und welche Folgen sie für die Lernentwicklung und Bildungswege von Schüler:innen haben.

In Rahmen der Akademie der Soziologie bot sich die Gelegenheit die zentrale Studienergebnisse vor einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren und zu diskutieren.

Die präsentierten Ergebnisse zeigen, dass integrative Massnahmen im schulischen Alltag differenziert betrachtet werden müssen: 

  • Soziale Selektivität: Integrative Massnahmen werden sozial selektiv vergeben und unterscheiden sich deutlich zwischen einzelnen Schulstandorten.
  • Folgen von Lernzielreduktion: Lernende mit Lernzielreduktion weisen im Vergleich zu ähnlichen Schüler:innen (hinsichtlich Leistung, IQ, Geschlecht und sozialer Herkunft) tiefere Selbst- und Fremdeinschätzungen ihrer Fähigkeiten, eine ungünstigere Schulleistungsentwicklung sowie häufiger weiterführende Bildungswege mit geringerem Anforderungsniveau auf. 

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass integrative Massnahmen in einem integrativen Schulsystem eine zentrale Rolle spielen und substanzielle Potenziale eröffnen. Zugleich weisen sie darauf hin, dass solche Massnahmen mit Risiken verbunden sein können, wenn Entscheidungsprozesse, Ausgestaltung und Begleitung nicht systematisch erfolgen.

Für die schulische Praxis ist es daher bedeutsam, die unterschiedlichen Formen integrativer Massnahmen sowie ihre intendierten und nicht intendierten Wirkungen zu kennen und zu reflektieren.

Die beiden Studien zeigen zudem, dass rund um die Vergabe und Wirkung integrativer Massnahmen weiterhin viele Fragen offen sind – das Forschungsteam der PHBern bleibt dran.

 

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