Lehrpersonen-Tandems: Wenn Multikulti auf Dorf trifft

"Immersion autrement" ist ein Projekt unter Co-Leitung der PHBern. Ein Lehrpersonen-Tandem aus der Deutsch- und der Westschweiz tauscht dabei einmal wöchentlich den Arbeitsplatz. Zum Beispiel Nicole Martinez C., Lehrerin aus Bern West. In der Zeitschrift "Berner Schule" erzählt sie von Herausforderungen und Chancen im ländlichen Péry.
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Flyer Grafik mit zwei Personen die Bücher austauschen
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Warum? Langeweile sei es nicht gewesen. Doch "ich wollte nichts Normales", sagt Nicole Martinez C. zu ihrer Motivation, an "Immersion autrement" teilzunehmen. Das Projekt möchte die interkantonale Zusammenarbeit im Bildungsbereich stärken. Lehrpersonen und Lernende sollen sprachliche und transkulturelle Kompetenzen erwerben und Erfahrungen über die Sprachgrenzen hinweg sammeln können. Dazu arbeitet Co-Projektleiterin Simone Ganguillet vom Institut Primarstufe der PHBern mit einem breiten Netzwerk zusammen. Kooperationen bestehen mit der Haute Ecole Pédagogique BEJUNE und der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (PH FHNW). Ebenfalls an Bord sind die Volksschulämter der Kantone Bern, Basel-Stadt, Jura, Neuenburg und Solothurn.

Zurück zur jungen Lehrerin an der Basisstufe in Bern Brünnen. "Nichts Normales" also. Ist es das, was sie jede Woche in Péry bei Biel erlebt? An Herausforderungen fehlt es jedenfalls nicht, berichtet sie in der "Berner Schule", der Zeitschrift des Berufsverbands Bildung Bern. Da wäre etwa das Klassensetting. "Ich kenne die andere Klasse weniger gut, bin nicht Hauptlehrperson. Mit gewissen Verhaltensweisen der Kinder umzugehen, ist schwieriger, weil ich weniger Beziehung zu ihnen habe als zu meiner Klasse. Ausserdem unterrichte ich in der Partnerklasse allein. Ich wechsle daher oft ins Französische, weil es um Soziales, um Erziehung geht und die Kinder dies in der Fremdsprache Deutsch nicht verstehen."  

Selber Job, andere Kulturen

Auch die Kollegien seien sehr unterschiedlich, stellt Nicole Martinez C fest. "Ich unterrichte in Bern West, das sehr multikulti ist. Péry ist klein, recht homogen, mit wenigen Lehrpersonen. Stadt- und Dorfkinder sind nicht gleich. Der Unterricht ist ebenfalls anders. Ich erlebe unterschiedliche Kulturen im selben Job. Und das ist sehr spannend", sagt sie. 

Die grösste Chance wiederum sieht die Lehrerin für Kinder darin, dass sie früh die andere Sprache erleben und zuhören dürfen. "Sie merken, dass es eine coole Sprache ist. Ich mache viele Spiele, lege Wert auf Alltagsvokabular. Grammatik liegt mir nicht sehr am Herzen im Zyklus 1. Aber die Schülerinnen und Schüler fragen immer wieder danach. Es ist gut, dass sie von selbst kommen. Sie wollen die Sprache verstehen." 

"Change Through Education"

Ein weiteres Forschungsprojekt der PHBern beschäftigt sich mit der Biodiversitätsbildung in der Volksschule. Denn der Verlust an biologischer Vielfalt stellt eine der gegenwärtig grossen Herausforderungen dar. Die Leserschaft von "Bildung Bern" erfährt, dass das Team von "Change Through Education" Konzepte für die Lehrpersonenbildung und für den Unterricht vom ersten bis zum dritten Zyklus entwickelt und erforscht. Dies geschieht unter anderem mit elf pädagogischen Hochschulen. Ziel ist es, Lehrpersonen so zu unterstützen, dass sie Biodiversität im Unterricht sicher und fundiert aufgreifen können zeitgemäss und altersgerecht.

Empfehlenswert ist schliesslich der Artikel zur berufsbezogenen Sprachförderung an der PHBern. Er handelt von einem Angebot des Institut für Weiterbildung und Dienstleistungen (IWD) für pädagogisches Fachpersonal mit anderen Erstsprachen als Deutsch.