Bestens vorbereitet, um Medien und Informatik zu unterrichten

Studierende der Sekundarstufe I haben neu die Wahl: Will ich mich im Masterstudium auf Medien und Informatik spezialisieren? Die neue Profilbildung ab Herbstsemester 2026 vermittelt die nötigen fachlichen und didaktischen Kompetenzen.
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Lernende arbeiten an Laptops, in Einzelarbeit
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Eine Deutschlehrperson übt mit ihrer Klasse das Formatieren von Word-Dokumenten. Eine Lehrperson für Räume, Zeiten, Gesellschaften prüft mit ihrer Klasse Quellen zu einer Fake-News-Meldung. Im Bildnerischen Gestalten erstellen Lernende Stop-Motion-Videos. Solche Anwendungskompetenzen im Umgang mit digitalen Medien erwerben alle Studierenden am Institut Sekundarstufe I (IS1) im Querschnittsthema Digitalität. "Wir bilden alle Studierenden zu KI und zu digitalen Medien aus, das gehört zum Querschnittsthema Digitalität", sagt Sonja Schär, Dozentin am IS1.  

Digitalität zieht sich durch das gesamte Bachelorstudium: in der Fachausbildung, der Fachdidaktik und den Erziehungswissenschaften. Der Master führt die verschiedenen Perspektiven im Modul Digitalität zusammen.

Das Fach Medien und Informatik (M&I) selbst zu unterrichten, ist eine andere Geschichte. Der Lehrplan 21 sieht dafür eine Lektion pro Woche in der 7. und 9. Klasse vor. Bisher erhielten alle Studierenden dafür eine Grundausbildung. "Die Ausbildung in Medien und Informatik ist nicht neu. Neu ist, dass wir die Studierenden, die sich im Master für die Profilbildung Medien und Informatik entscheiden, spezifischer ausbilden können", erklärt Sonja Schär. 

Auch wer sich nicht für die Profilbildung entscheidet, profitiert von der Neuerung. Da eine vertiefte M&I-Ausbildung nicht mehr für alle nötig ist, bleibt im Querschnittsthema Digitalität mehr Raum: Studierende lernen dort, digitale Medien im eigenen Fachbereich didaktisch sinnvoll einzusetzen und ihren Schülerinnen und Schülern fachbezogene Medienkompetenzen zu vermitteln. 

Vom Verstehen zum Unterrichten

Die Profilbildung besteht aus drei in sich abgeschlossenen Lerngelegenheiten. Im Herbstsemester startet die Lerngelegenheit "Medien und Informatik verstehen": Studierende setzen sich mit Desinformation und Social Media auseinander, lernen Programmiersprachen, mit denen sie eigene Ideen umsetzen können. Im Frühjahrssemester folgen "Medien und Informatik gestalten" mit praktischen Fragestellungen zur Umsetzung des Modullehrplans M&I und "Medien und Informatik unterrichten" mit dem stärksten Praxisbezug. Hier planen die Studierenden Unterrichtseinheiten, erstellen Konzepte und erproben ihr Können direkt in der Praxis: in eigenen Klassen, zusammen mit Praxislehrpersonen oder im STEAM-LABOR der PHBern. 

Ein Profil mit Mehrwert

Viele Studierende wählen die Profilbildung aus Interesse. Sie wollen sich fokussieren und das Fach später unterrichten. Andere bringen bereits eine Vorbildung mit, etwa eine Lehre mit Berufsmaturität im Informatikbereich oder einige Semester eines Informatikstudiums. Wieder andere machen die Profilbildung, ohne das Fach später zu unterrichten. Sie engagieren sich an ihrer Schule aber als Ansprechpersonen für Kolleginnen und Kollegen. 

Studierende mit diesem Profil sind nah dran an den aktuellen Diskussionen rund um Digitalität und Künstliche Intelligenz an Schulen. Sie können Künstliche Intelligenz nicht nur im Unterricht einsetzen, sondern auch erklären, wie sie funktioniert.
Jakob Kost  -  Dozent Institut Sekundarstufe I

Für die Praxis lohnt sich das: Wer die Profilbildung abschliesst, weist ein klar erkennbares Kompetenzprofil aus. "Studierende mit diesem Profil sind nah dran an den aktuellen Diskussionen rund um Künstliche Intelligenz an Schulen", sagt Jakob Kost, Dozent und Bereichsleiter Professionalität und Professionsentwicklung am IS1. "Sie können Künstliche Intelligenz nicht nur im Unterricht einsetzen, sondern auch erklären, wie sie funktioniert."

Die Spezialisierung dürfte sich langfristig lohnen, da Medien- und Informatikkompetenzen an Bedeutung gewinnen. 

Interessiert Sie, was an der PHBern rund um Medien und Informatik läuft? Der Think Tank Medien und Informatik beobachtet aktuelle Trends und teilt dazu laufend Einblicke.