Neue Ausbildung an der PHBern: Das ist geplant

Die PHBern arbeitet an einem neuen, multiprofessionellen Studienangebot. Derzeit klärt sie die Bedürfnisse der Schulen ab und will mögliche Modelle in Pilotversuchen testen. Über eine Umsetzung soll in gut zwei Jahren entschieden werden.
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20260903_Jahresmedienanlass PHBern 2026_Martin Schäfer und TeleBärn

Martin Schäfer, Rektor der PHBern, am diesjährigen Medienanlass in der Berner Schule Stapfenacker

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Lehr- und Fachpersonen verantworten gemeinsam Bildung und Förderung der Kinder: Dieses Modell macht in immer mehr Klassenzimmern Schule. Ziel der interdisziplinären Teamarbeit ist es, Lernprozesse und die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler zu verbessern – speziell von jenen, die zusätzliche Unterstützung benötigen. 

An der Schule Stapfenacker im Berner Stadtteil Bümpliz kennt man sich damit aus. "Unsere rund 90 Lehr- und Speziallehrpersonen sowie 15 Klassenhilfen arbeiten seit langem zusammen", erklärte Armin Imstepf, Mitglied der Schulleitung, am Jahresmedienanlass der PHBern. Ob Heilpädagogen, Logopädinnen, Psychomotoriktherapeuten oder Mitarbeitende der Tagesbetreuung: Sie kooperieren im Unterricht genauso wie bei dessen Planung, Vorbereitung und Nachbearbeitung. "Die Einbindung in unsere Strukturen und klare Konzepte und Pflichtenhefte garantieren den ständigen Austausch mit den Lehrpersonen."

Was sich die Schule wünscht

Dass der Bedarf an multiprofessioneller Zusammenarbeit wächst, hat mit dem gesellschaftlichen Wandel zu tun. Dazu gehören veränderte Familienmodelle und die Zunahme von Kindern aus sozial schwierigen Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund. "Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, braucht es in der Ausbildung der Lehrpersonen eine stärkere psychologische Schulung", sagte Imstepf. "Und wer frisch in den Beruf startet, sollte ein Praxisjahr absolvieren, zum Beispiel als Klassenhilfe. Dadurch vertieft sich das Verständnis für das Funktionieren einer Klasse." 

PHBern-Rektor Martin Schäfer nahm diesen Ball auf. Multiprofessionalität sei an der Pädagogischen Hochschule bereits in vielfältiger Form Thema und Realität: durch Schwerpunktprogramme in der Forschung, bei der Beratung von Schulen und in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. "Bei den Studiengängen für die Primarstufe und die Sekundarstufe I etwa gibt es heilpädagogische Vertiefungsangebote", führte Schäfer aus. "So antworten wir auf die Heterogenität und den Inklusionsauftrag in den Schulklassen und zugleich auf den Mangel an Heilpädagoginnen und -pädagogen." 

Drei Schwerpunkte für die Pilotversuche

Für die multiprofessionellen Bedürfnisse im Schulumfeld müssen Lehrpersonen aber noch mehr Kompetenzen entwickeln. Das zeigt eine Umfrage der PHBern bei Schulen aller Stufen und mit unterschiedlichen Schulmodellen. Verbunden mit Forschungserkenntnissen soll sie die Grundlagen liefern, um Ende 2028 über ein neues Studienangebot zu entscheiden. Dazu werden drei Themen untersucht und mögliche Lösungen in Pilotversuchen getestet: 

  • Ausbau der Schulberatung durch das Erweitern der Perspektiven 
  • multiprofessionelle Zusammenarbeit an den Schnittstellen von Kindertagesstätte, Kindergarten und Tagesschule 
  • multiprofessionelle Teams: gemeinsame Lernmodule für Lehrpersonen und Klassenhilfen 

"Wir möchten eine Ausbildung schaffen, welche die schulischen Bedürfnisse noch stärker aufnimmt”, brachte es Martin Schäfer auf den Punkt – "gemeinschaftlich mit den Schulen und anderen Partnern im Bildungsbereich." Denn zukunftsfähige Lösungen würden durch Offenheit und Lernorientierung im Sinne des von-, für- und miteinander Lernens entstehen. "Genau das entspricht unserer neuen strategischen Ausrichtung, mit der wir ab diesem Jahr die Weichen für unsere Weiterentwicklung als Hochschule stellen."

Studierendenzahlen erreichen neue Höchstwerte

Die PHBern gab vor den Medien auch aktuelle Zahlen zu den Studienanmeldungen bekannt. 2025 hatten sich erstmals mehr als 1000 Personen für einen Studiengang an einem der vier Grundausbildungsinstitute eingeschrieben (Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II und Heilpädagogik) – ein Rekord, der von kurzer Dauer war. Für 2026 beträgt der Zwischenstand bei den Anmeldungen nämlich bereits 1123*, was gegenüber dem Endstand von 1068 Anmeldungen im Vorjahr ein Plus von gut fünf Prozent bedeutet. 

Von den derzeit 3063 Studierenden (Stand: Frühjahrssemester 2026 – ebenfalls eine neue Höchstzahl) arbeiten zudem laut einer Erhebung vom vergangenen Februar rund zwei Drittel parallel zu ihrem Studium an einer Schule. Dies sorgt nebst den zahlreichen Praktika frühzeitig für einen direkten Bezug zum künftigen Beruf. 

* Stand vom 1. September; die definitiven Zahlen für das Herbstsemester und somit das Jahrestotal werden wie jedes Jahr per 1. Dezember vorliegen. Mehr zum Thema unter www.phbern.ch/statistiken.