Unattraktiv und praxisfern? Wer das eine oder das andere behauptet oder beides, liegt bei der PHBern und der Ausbildung zur Lehrperson falsch. Denn bei den Abschlussfeiern, die jeweils im Frühjahr und im Herbst stattfinden, wächst der Stapel an Diplomen stetig. Standen vor einem Jahr 311 Namen auf der Gratulationsliste, war es diesen Mai noch einer mehr. 312 erfolgreiche Studienabgängerinnen und -abgänger gab es seit der Gründung der Pädagogischen Hochschule 2005 noch nie. Nur den Frühling betrachtet beträgt die Zunahme über die letzten fünf Jahre mehr als 50 Prozent.
"Dass unsere Studiengänge für so viele jungen Menschen attraktiv sind, dürfte an den flexiblen Angeboten liegen", kommentiert Rektor Martin Schäfer. Er verweist auf die Möglichkeiten, Studieren mit einer Erwerbstätigkeit und/oder Betreuungspflichten zu verbinden – "zum Beispiel durch den Wegfall der allgemeinen Präsenzpflicht". Zwei Drittel der Studierenden arbeiten gemäss einer aktuellen Erhebung parallel an einer Schule, ein Viertel davon bereits im ersten Studienjahr. Den frühzeitigen Praxisbezug fördern auch die Praktika: "Ihr Anteil am Studium ist heute so hoch wie noch nie", betont Schäfer. Für eine praxisnahe Ausbildung arbeitet die PHBern zudem im ganzen Kanton mit rund 70 Partnerschulen zusammen, und Praxiserfahrungen beginnen meist schon im ersten Semester der Ausbildung.
Die Diplome im Detail
Am meisten Abschlüsse verbucht im laufenden Frühjahr wieder das Institut Sekundarstufe I, das grösste der PHBern. Von den 140 Diplomen entfallen 95 auf den Master-Studiengang – eine deutliche Zunahme – und 44 auf den Bachelor. 1 Fachdiplom macht die Liste komplett.
Mit 91 frischgebackenen Absolventinnen und Absolventen liegt das Institut Primarstufe (Kindergarten bis 6. Klasse) ebenfalls im Rahmen des Vorjahres. Bemerkenswert ist die Steigerung bei der Studiengangvariante Primarstufe+ mit dem Schwerpunkt Schulische Heilpädagogik: Statt 9 Diplomierte wie vergangenen Frühling sind es nun 17.
Beim Institut Sekundarstufe II durften sich 53 Personen feiern lassen, 9 mehr als im Mai 2025. 44 sind Lehrdiplome für Maturitätsschulen (Gymnasien, Fachmittel- und Berufsmaturitätsschulen), darunter 31 mit integrierter berufspädagogischer Qualifikation. Hinzu kommen 7 Diplome für Maturitätsschulen im Fach Bildnerisches Gestalten (in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Künste Bern HKB) sowie 2 Erweiterungsdiplome für Maturitätsschulen.
Ebenso erfreulich sieht die Bilanz des Instituts für Heilpädagogik aus. 28 Personen (2025: 30) haben neu ein Masterdiplom in Sonderpädagogik mit Vertiefungsrichtung Schulische Heilpädagogik.