Neue Forschungsprojekte gestartet (2/2022)

Erneut sind an der PHBern spannende Forschungs- und Entwicklungsprojekte gestartet. Hier erfahren Sie, welchen Fragen sie nachgehen und welche Ziele sie verfolgen.
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Active School: Nachhaltige schulische Bewegungsförderung

Symbolbild ActiveSchoolKinder und Jugendliche verbringen einen beträchtlichen Teil des Tages in der Schule – und bewegen sich oft zu wenig. Die Schule besitzt demzufolge grosses Potenzial, die Bewegung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Bemühungen dazu gibt es – ihnen fehlt aber eine ganzheitliche und nachhaltige Herangehensweise, bei der die Voraussetzungen der einzelnen Schulen und die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigt werden. Das Projekt "Active School" will das ändern.

Im Kern geht es beim Projekt darum, ein auf die jeweilige Schule zugeschnittenes Bewegungsförderungskonzept während rund vier Jahren zu entwickeln, durchzuführen und auszuwerten. Dabei sollen die veränderten Bewegungsgewohnheiten der Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und weiterer Mitarbeitenden der Schule gemessen und schulische Entwicklungsprozesse begleitet werden. Ob und wie das Programm wirkt, wird mit standardisierten Testverfahren überprüft. Unter anderem kommen Beschleunigungsmesser zum Einsatz, die Umfang und Intensität der Bewegung erfassen.

Ziel ist, den Umfang des Sitzens während der Schulzeit sowohl bei Schülerinnen und Schülern als auch bei Lehrpersonen und Mitarbeitenden der Schule zu reduzieren und gleichzeitig den Bewegungsumfang zu erhöhen. Davon wird eine Steigerung des Wohlbefindens sowie der psychischen und körperlichen Gesundheit erhofft.

Projekt     Active School: Nachhaltige schulische Bewegungsförderung
Team Leitung
Prof. Dr. Mirko Schmidt (Universität Bern)
Dr. Stefan Valkanover (PHBern)
Projektteam
Dr. Fabienne Egger
Marion Gasser
Mario Kamer
Andrea-Maria Nadenbousch
Laufzeit     1. August 2022 bis 31. Januar 2026

SOGUS – Sexuelle Orientierung, Geschlecht und Schule

SymbolbildEtwa 10 Prozent der Schüler*innen in der Schweiz sind lesbisch, schwul, bisexuell, trans, queer oder verwenden weitere Selbstbezeichnungen der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt (Abkürzung: LGBTQ+). Von Studien aus den USA und Europa ist bekannt, das LGBTQ+-Jugendliche sich in der Schule weniger wohlfühlen als ihre Nicht-LGBTQ+-Mitschülerinnen und -Schüler. In der Schweiz gibt es dazu keine Erkenntnisse. Hier setzt das Projekt SOGUS an und will folgende Forschungsfragen beantworten:

  • Welche Erfahrungen machen LGBTQ+-Schüler*innen in der Schule und wie wohl fühlen sie sich dort?
  • Wie kann das Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt nachhaltig an Schulen verankert werden?

Im Rahmen einer anonymen Online-Umfrage werden in einem ersten Schritt LGBTQ+-Jugendliche in der Deutschschweiz zu ihren Erfahrungen in der Schule befragt.
In einem zweiten Schritt werden an zwei Pilotschulen Wahlfächer angeboten. Dort erarbeiten die teilnehmenden Schüler*innen Module rund um den Themenbereich sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Diese Wahlfächer werden evaluiert, inwiefern sie zu einer Sensibilisierung und Wissensvermittlung von LGBTQ+-Themen beitragen.

Das Projekt wird erstmals Studienergebnisse über die Lebenslage von LGBTQ+ -Schüler*innen in der Deutschschweiz liefern. Zusätzlich trägt SOGUS dazu bei, Wissen über eine LGBTQ+-freundliche Schulkultur zu erarbeiten, mit dem Ziel, das Wohlbefinden von LGBTQ+-Schüler*innen langfristig zu verbessern.

Projekt     SOGUS – Sexuelle Orientierung, Geschlecht und Schule
Leitung Adrien Ott
Laufzeit     1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2024

"VisionB2" – Bildung und Betreuung aus Sicht der Gemeinde

Symbolbild Vision2BFrüher wurde Bildung auf Gemeindeebene weitgehend mit Volksschule gleichgesetzt. Heute gehören dazu vielfältige schul- und familienergänzende Angebote wie Tagesschulen, die Schulsozialarbeit oder die Jugendarbeit. Bisher weiss man wenig darüber, wie diese neuen und erweiterten Aufgabenbereiche von unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren gesteuert und gestaltet werden. Das Forschungsprojekt will deshalb untersuchen,

  • welche Strategien die Gemeinden des Kantons Bern bezüglich Bildung und Betreuung verfolgen,
  • welche Akteurinnen und Akteure dabei auftreten (z.B. Gemeindebehörden, Schule, weitere Betreuungsangebote der Gemeinde etc.)
  • und wie diese miteinander in Kontakt stehen.

Im Projekt interessieren sowohl der aktuelle Ausbaustand der Bildungs- und Betreuungsangebote in den Gemeinden als auch Überlegungen und Strategien für deren Weiterentwicklung.

Um diese Fragen zu beantworten, werden zuerst Expertinnen und Experten befragt, beispielsweise von Verbänden, die sich mit Schul- und Gemeindefragen beschäftigen, oder aus der kantonalen Verwaltung. Anschliessend werden in fünf Gemeinden Interviews mit Verantwortlichen von Gemeinden und Bildungsangeboten geführt, um die Situation und daraus resultierende Entscheidungen vor Ort besser zu verstehen. Das gewonnene Verständnis dient zur Erarbeitung eines Online-Fragebogens, mit dem in einem dritten Schritt eine kantonsweite Befragung der Gemeinden stattfindet.

Das Projekt generiert einen Überblick über die Angebote und deren Steuerung im gesamten Kanton Bern und wird gleichzeitig den Gemeinden bei der Weiterentwicklung im Bereich Bildung und Betreuung dienen.

Projekt     "VisionB2" – Bildung und Betreuung aus Sicht der Gemeinde
Team Leitung
Dr. Michelle Jutzi
Dr. Regula Windlinger
Projektteam
Barbara Stampfli
Laufzeit     1. Oktober 20221 bis 30. September 2025